Willkommen in Dithmarschen

Dithmarschen, beginnend auf der Nordseite des Nord-Ostsee-Kanals bis hoch zur Eider, ist wahrscheinlich am bekanntesten als Erholungs- und Urlaubsgebiet, als Stromproduzent durch Windkraftanlagen und als die Kohl-Produktionsstätte Nummer Eins in Deutschland. Aber außer Urlaub machen und Kohl essen kann man hier noch viel mehr.

Zum Beispiel Angeln gehen. Ob von der Mole im Büsumer oder Meldorfer Hafen auf Hering und Plattfisch, in den vielen Auen die im Herbst und Winter von den Meerforellen als Laichhabitate genutzt werden, oder in den vielen ehemaligen Moorkuhlen in denen heute vom Weißfisch bis zum Großhecht eigentlich alles beheimatet ist was die Nordddeutschen Gewässer hergeben. Gelegenheiten gibt es genug, und wem das nicht reicht der fährt in die angrenzenden Kreise an die Seen (Wittensee, Westensee u.v.m.) oder direkt "rüber" an die Ostsee.

Auf dieser Seite werde ich immer mal wieder etwas zu meinen Angelausflügen im schönsten Bundesland schreiben, und ich hoffe das der ein oder andere Interesse an dieser wunderschönen Region findet. Vielleicht sieht man sich ja mal am Wasser :-)

 

Also, dickes Petri und tight lines
Frank

Saisonerföffnung

Gestern war es endlich soweit: Der erste Tag mit zweistelligen Temperaturen, wenig Wind, und viel Sonne. Was liegt da näher, als ein Ausflug ins Moor? Also morgens noch schnell ein paar Maden besorgt, das Auto gepackt, und ab nach Sarzbüttel. Gegen 12:30 Uhr war alles aufgebaut, und ich konnte mich gemütlich im Stuhl zurücklehnen und auf die ersten Zupfer warten während ich die warmen Sonnenstrahlen genossen habe. Im Moor ist es einfach immer herrlich ruhig. Neben Gänsegebölke und Vogelgezwitscher kommen da kaum Geräusche durch, ein schöner Platz zum durchatmen und Kraft tanken.

Ich habe zwei Montagen ausgelegt: Einmal einen 15g Methodfeeder mit einem Fertigmix von Nash und einem 10mm Erdbeer-Boilie am Haar von Balzer an der Sänger Quiver, und einmal einen 5g Swimfeeder an der Hardy Swingtip. Als Futter für das Körbchen habe ich knapp eine Halbe Tüte Fertigfutter verwendet, keine Ahnung mehr welches genau. Als Haken einen 18er barbless Tubertini S808 am 0.12er Vorfach, darauf eine Made als Hakenköder.

Und dann hieß es erst einmal warten. Aber gar nich mal so lange wie ich eigentlich gedacht habe. Nach knapp einer halben Stunde fing die Quivertip ganz zart an zu zuppeln. Ich dachte erst an Rotaugen die um den Boilie rumfuttern, aber als es dann doch einen kleinen Ausschlag gab, habe ich die Rute mal in die Hand genommen. Und siehe da: Gegenwehr. Eine vorlaute Bräse hatte anscheinden Lust auf Erdbeeren.

 

Ein schöner Einstieg in den ersten Friedfischansitz im Jahr. Also gleich wieder raus mit dem Futter. Das sollte es für den Tag aber an der Rute gewesen sein mit Fisch. Aber zum Glück habe ich ja noch die Schwingspitze aufgestellt. Die dann nach einiger Zeit auch mal ausgeschlagen hat. Zum Vorschein kam ein richtiger kleiner Löwe, der die Hardy Swingtip beinahe an das Ende ihrer Kräfte gebracht, und mir im Drill so einiges abverlangt hat.

Fisch war also am Platz, also wieder raus mit der Made. Und das Zuppeln hielt an. Freudig überrascht war ich von diesem Exemplar, da hätte ich erst in zwei, drei Wochen mit gerechnet.

Es folgte noch eine Bräse, die sich bereits in ihrer Hochzeitstracht aufgehübscht hatte.

Und immer wieder kam auch ein Meister Plötz zum Vorschein. Alles keine Riesen, aber ich finde diese Fischlis einfach wunderschön, und bin immer wieder überrascht, welche Kräfte die aufbringen wenn man sie mal an Land holen will.

Nach drei Stunden habe ich dann zusammengepackt und bin wieder heim gefahren. 

Ich freue mich auf den nächsten Ausflug ins Moor.

Methodisch im Wehl

Da mich die Pre-Senile Bettflucht (und unsere drei Hunde) heute wieder um 06:00 Uhr aus der Molle getrieben haben und die Wettervorhersage für den Vormittag noch durchaus positiv war, habe ich meinen Kram gepackt und bin mal wieder ans Wehl nach Barsfleth gefahren. Am Morgen war der Ostwind kaum zu spüren, erst Richtung Mittag sollte er auffrischen. Weil ich nicht zwischendurch ummontieren wollte habe ich wieder direkt auf die Quivertips gesetzt: Eine 3-Unzen Spitze auf der Tudor Supreme, und eine 1-unzige auf der Swing Tip Ledger. Ich wollte es dieses Mal mit zwei Futterplätzen probieren, einmal explizit mit dem Swimfeeder, einmal mit dem Method Körbchen.

Nachdem alles vorbereitet war, habe ich von der Method-Mischung 4 Mandarinengroße Kugeln mit der Futterschleuder ausgebracht und ziemlich zentral in der Mitte das Methodkörbchen platziert. 

 

Das Methodklümpchen habe ich in relativ weiter Entfernung kurz vor der rechtsliegenden Uferkante platziert, in etwa dort, wo die Schilfbüschel aus dem Wasser ragen (links von dem weißen "Rohr"). Der Swimfeder kam eher im Nahbereich zum Einsatz aber auch kurz vor der Uferkante, vielleicht so 3 bis 4 Meter vom Ufer entfernt.

So sieht ein fertig gemantschter Methodfeeder aus:

Ja, ich weiß, der ein oder andere wird jetzt wieder direkt "BLASPHEMIE!" brüllen, und noch das ein oder andere Ausrufezeichen dahinter setzen. Mir ist das egal. Ich fische auch Boilies an der Split Cane 😀 (der Spruch ist ja fast ein T-Shirt wert *überleg*).

Während sich am Swimfeeder die erste kleine Plötze austobte blieb der Haken mit der Kugel erstmal liegen. Aber dann, so ca. nach 45 Minuten, war es so weit, die Quiverspitze fing langsam an zu zittern, um dann ordentlich auszuschlagen. Rute hoch, sitzt. Ich habe mal versucht die Aktion der Rute im Bild festzuhalten. Bei der Verwendung von barbless Haken ist das immer etwas tricky, weil sobald der Zug von der Leine ist, jeder Kopfschüttler unweigerlich dazu führt, das der Fisch der Gewinner ist und sich vom Haken löst. Aber egal, fischen ist ja mehr als nur fangen :-).

In der Rute ist auf jeden Fall noch Luft, die dürfte auch mit einem Karpfen noch klarkommen:

Zum Vorschein kam eine schöne Bräse, mein erster Fisch auf diese Montage *doppelfreu*

Wie man sieht war der Haken schon raus. Sobald der Fisch im Kescher ist und die Spannung aus der Schnur ist, fällt der Haken von ganz allein aus dem Maul. Barbless ist schon toll!

Während ich die Bräse noch drille macht sich die zweite Rute bemerkbar, da das aber nur nach dem typischen "brrrrrrrrt" Schnellzittern einer Kleinplötze aussah habe ich erst einmal in Ruhe die Bräse an Land geholt. Und in dem Moment, in dem ich sie im Setzkescher habe, knallt mir die Swingtip Ledger Rute vom Rutenständer Richtung Wasser. Ich habe sie direkt zu greifen bekommen, Spitze hoch, Volllast, kurzer Zug in die Bremse, und *schmack* war der Zug auch wieder runter. Ich nehme an, ein Hecht hat sich das trommelnde Rotauge gegriffen, dem hatte das 0.18er Vorfach am 14er Tubertini natürlich nichts entgegenzuhalten. Das Vorfach war auch so vielleicht 5 bis 8 cm vor dem Haken sauber durchtrennt, einen Fehler so mitten im Material schließe ich jetzt mal aus. Egal, gut zu wissen, das da doch noch der ein oder andere Räuber im Becken ist.

Also beide Montagen wieder ausgebracht. Wieder eine halbe Stunde später wiederholte sich das Ritual an der Tudor mit einem etwas kleinern Vertreter seiner Art, am Swimfeeder blieb es danach bei Köderfischgröße.

In Summe ein sehr erfolgreicher Morgen, und endlich wurde das warten auf den Erfolg mit dem Methodfeeder mal belohnt.

 

Die größere hatte 2,4kg auf knapp 52cm, die kleinere habe ich nicht mehr vermessen.

So um 11:30 Uhr habe ich dann zufrieden zusammengepackt und bin zum frühstücken heim gefahren.

 

Frühsommer

Lange ist es her seit der letzten Meldung, aber irgendwie fehlte mir (mal wieder 🙂 ) die Motivation. Ich werde wohl nie der Welt fleißigster Blogschreiber. Egal!

Gestern ging es mal wieder ins Vereinsmoor nach Sarzbüttel. Einfach eine schöne Ecke, auch wenn im großen Loch nur wenige Parzellen von unserem Verein aus befischt werden dürfen. Aber trotzdem: Es ist herrlich ruhig dort, man hört eigentlich nix anderes als Vogelgebölk und Gansgeschnatter. Nach dem Frühstückskaffee ging es also los. Zwei Ruten und alles was dazugehört ins Auto und ab in die Wildnis.

Aufgrund der recht kräftigen Windböen habe ich mich gestern mal für eine Doppelspitze entschieden, und an beiden Ruten eine Quiverspitze montiert. An der etwas längern Tudor Supreme habe ich einen 15 g Method Feeder mit 8mm Ananas Boilie gefischt, an der Swing Tip Ledger einen normalen 15 g Swimmfeeder mit drei Maden, beide Montagen waren mit einem 14er Tubertini S808 Barbless bestückt.

Futter gemacht, Ruten montiert, und ab ins Wasser mit dem Zeug.

 

Dann hieß es erst einmal warten bis zum ersten Zupfer. Das sollte auch fast zwei Stunden dauern, aber zum Glück ist im Moor so viel Viehzeug unterwegs, das es einem dort nicht so schnell langweilig wird. Dieses mal war neben den obligatorischen Gänsen auch ein Vierfüßer unterwegs um die leicht zweistelligen Temperaturen zu genießen (es geht nicht um den PKW!).

Dann war es endlich so weit, die weiße Spitze schlug aus, Rute hoch und ab dafür. Der Tag sollte mit einer schicken Bräse beginnen. 62 cm und gute 3,5 kg brachte der Brocken mit, zum Glück hat die Rovic Rolle eine fein justierbare Bremse. Mein Dinsmores Panhead hat so gerade noch ausgereicht, aber da die Fische bei uns jetzt nicht mehr so viel größer werden, sollte der erstmal noch ausreichen.

 

Aber Bräsen wollte ich ja eigentlich nicht, der Sinn stand mir mehr nach einer schönen Schleie. Also direkt wieder frische Maden auf den Haken und los gehts. Es gingen noch weitere kleiner Geschwister der Bräse an den Haken, ich meine so 5 oder 6 Stück, alle kleiner, so zwischen 30 und 40cm. 

Dann kam eine kurze Beißpause von vielleicht 45 Minuten. Ich war schon am überlegen, ob ich den Tag ausklingen lassen sollte, da fing die Spitze wieder fein an auszuschlagen. Der Anhieb saß, und in den Kescher kam dann auch der Zielfisch des Tages. Mit 42 cm kein Riese, aber makellos.

Eine halbe Stunde lang hielten mich die kleinen Bräsen etwas auf Trab, danach habe ich es dann aber auch gut sein lassen, habe zusammengepackt und mich auf den Heimweg gemacht.

Am Boilie hatte niemand Interesse, das werde ich aber nicht aufgeben.

 

 

Hechtblech

Im Moor war ich schon lange nicht mehr. Heute früh um 7 haben die Hunde so genervt, dass ich eh aufstehen musste. Also die Gelegenheit genutzt, die Tasche gepackt, und ab nach Süderholm, um mal wieder klassisch zu blinkern.

Ich hatte mal wieder viel zu viele Köder dabei, aber beim einpacken habe ich halt immer Angst, den wichtigsten Köder dann doch zu vergessen. So sieht meine Moor- und Au-Hecht-Kiste aktuell aus, ich denke, die Bestückung wird erstmal so bleiben.

Enthusiasten bekommen bestimmt schon Pickel beim Gedanken an die Plastikteile (ZAM und Mann's Baby 1-Minus), aber man will ja nicht wieder heimfahren, nur weil man den richtigen Köder nicht dabei hat. Gefische habe ich heute aber dann doch nur mit zwei Ködern, dem Heintz und dem kupferenen in der gleichen Reihe. Letzterer trudelt unglaublich schön, der läuft auch eingeleiert besser wie mancher Wobbler. Anders halt.

Gefischt wird das Blech an meiner 8-füßigen Fibalite mit einer TC von 7/8 Pfund, was in etwa einem Wurfgewicht einer drieviertel Unze entspricht. Mit der 2701 ein tolles Gespann.

Man sieht auf jeden Fall, dass die Bäume auf den Winter eingestellt sind, viel Laub ist da auf jeden Fall nicht mehr drauf.

Schön ist es, im Moor. Auch wenn es heute den ganzen Tag über nicht richtig hell geworden ist.

Da ich einen sehr netten Bekannten getroffen habe sind wir gemeinsam weiter, und da auf der Süderholmer Seite nix ging haben wir uns Richtung Ostrohe aufgemacht. Es sollte aber heute keinen Hecht für mich geben. Mein Kollege bekam dann noch einen kleinen 53er Hecht ans Band, während bei mir bis auf einen Nachläufer keiner Lust hatte, mal eben ein Stück Blech zu probieren.

Um 12:00 ging es dann wieder heimwärts. Irgendwie ist mir das frühe aufstehen heute wohl nicht bekommen, mein Magen fühlte sich nicht so toll an. Also ab in die Falle, und nochmal ganz in Ruhe ein paar Stunden den Sonntag genossen. War die richtige Entscheidung, jetzt geht es mir schon weitaus besser.

Und beim nächsten Mal werde ich dann wieder die Kuhlen durchpflügen, über die man im Sommer wegen der dichten Seerosenfelder drüberlaufen kann…

Köderfische gesucht

Da ich durch das Lesen von einigen Artikeln wieder Lust bekommen habe, mit der treibenden Pose und einem toten Köderfisch den Au-Räubern nachzustellen hat mir ein Blick in den Freezer eröffnet, dass es Zeit wird, neue Köderfische zu besorgen. Da man sich sowas nur im Notfall kauft habe ich mir schon beim morgendlichen 6 km Lauf gedacht, wo ich hinfahren werde. Kleine Plötzen gibt es da reichlich, wenn man einmal einen Trupp gefunden hat. Aber mehr wie zwei Platzwechsel sind selten notwendig.

Also ging es gestern los an die Südermiele zwischen Meldorf und Hesel. Ich habe mir einen Platz gesucht, der etwas weiter entfernt von der Parkmöglichkeit liegt, da steigen die Chancen, dass eine Stelle nicht überangelt wird, enorm. 

Das ist schon schön da. Als Gerät habe ich mich für eine 10,5 ft Milbro "The Prefect" entschieden, gebaut in Schottland, mit einer Seriennummer von knapp unter 400. 

Komplettiert wurde das mit deiner kleinen Pin aus dem Hause J. W. Young & Sons, einer Trudex. Ich fische die kleine sehr gerne. Zum einen kann man den Ratschenmechanismus beim landen und abhaken perfekt mit der rechten Hand bedienen, zum anderen ist die Laufeigenschaft auch bei feiner Pose enorm (leider habe ich etwas verwackelt…).

Wassertiefe sucht man an der Au vergeblich, d. h. eine lange Bleikette ist nicht drin. Bei 30 bis 40cm Wassertiefe gehen nur wenige Schrote auf die Montage. Dieses Mal habe ich mich für einen Cane Stick der Größe 5 No. 8 entschieden. Eigentlich wollte ich 3 No. 8 fischen, habe aber leider die No. 8 Schrote daheim vergessen, also die größere Variante mit zwei No. 6 Schrotbleien. 18er Tubertini S808 barbless am 0,12er Vorfach, eine Made auf den Haken, und los geht's.

Mit einer kleinen Handvoll Maden angefüttert dauerte es nicht lang, bis der erste Bursche sich für den Hakenköder interessiert hat. Die perfekte Größe für die Au-Hechte.

Und da ich dieses Mal den Trupp gleich am ersten Platz gefunden habe, musste ich gar nicht weiter umziehen. Nach knapp 1,5 Stunden hatte ich den Vorrat erstmal zusammen, um einige Male an den tieferen Stellen der Au zu schauen, ob ein Räuber Lust auf eine leckere Mieleplötze hat.

Rolling Home

Die Wohnwagensaison an der Ostsee ist ja seit dem 03.10. zu Ende, also haben wir unseren schönen Lord Münsterland Caravan ja wieder vor der Haustür stehen. Da steht er gut, aber besonders am Wochenende gibt es bessere Plätze. Und man muss gar nicht so weit fahren: Der Meldorfer Speicherkoog liegt schließlich fast vor der Haustür.

Also haben wir am Samstag früh etwas zu Essen eingepackt, die Katzennäpfe zum überlaufen gebracht, und sind mit den Hunden an den Rand des Speicherbeckens gefahren. Am Samstag war so gut wie kein Wind, darum war auch nur ein Surfer unterwegs, der über den Teich zuckelte. Also habe ich meine Schwingspitzencombo ausgebracht, und nebenher noch die Silstar mit einer 2oz Feederspitze bestückt

An der Silstar gab es Dendros, an der Schwinge zwei Maden am 16er Haken. Für die Würmer hat sich niemand interessiert, auf die Maden gab es extrem spitze und vorsichtige Bisse, die selbst an der Schwinge kaum zu erkennen waren. Abhilfe hat es gebracht, als ich eine Made vollständig auf den Hakenschenlkel aufgezogen, und die andere normal angeboten habe. Dann wurde der Köder richtig genommen.

Zum Vorschein kamen ganz ordentliche Plötzen, ich mag die Burschen einfach

Bei diesen beiden sollte es an dem Tag aber bleiben, dazu gab es noch eine der obligatorischen Wollhandkrabben.

So langsam setzte die Abenddämmerung ein, und es wurde ruhig am Koog.

Dieses Mal hatte ich so gut wie gar keinen Heimweg, denn unser LMC wartete ja bereits auf mich. Die Maus hat die Zeit genutzt und im Wägelchen einen leckeren Eintopf zubereitet, und bei einem köstlichen Mahl ließen wir den Tag direkt am Wasser ausklingen.

Am Sonntag haben wir erstmal richtig ausgeschlafen und bis 10:00 Uhr in den Federn gelegen. Dann gab es ein Käffchen und eine kleine Obstschale, die Vierfüße wurden kurz geleert, und dann habe ich mich wieder ans Wasser gesetzt. Als Futter kam heute mal das System Lock "Karpfen / Schleie" von Balzer zum Einsatz. Es ist zum Feedern eigentlich nicht so perfekt, da es recht grobkörnig ist. Ich hatte die Tüte zum testen vom Angelspezi-Heide bekommen, und hatte nix anderes dabei.

Vor dem sieben sah es so aus:

Nach dem sieben waren die ganz groben Bestandteile dann raus. Ich muss das Futter unbedingt nochmal beim trotten an der Au probieren, ich glaube, die Alande müssten ganz rallig davon werden.

Also angemischt, und wenn man es nicht mit aller Kraft in das Körbchen drückt, flockte aus nach dem Einwerfen auch schön aus dem Korb. Also wieder die beiden Ruten fertig gemacht, und auch die Swingtip dieses mal mit der 2oz Quivertip ausgestattet. Wieder einen Wurm an der Silstar, und heute mal mit einem 4er Madenbündel am 12er Haken an der Quivertip.

Und bereits nach wenigen Minuten zuckte die Spitze der Silstar. Ein weiteres Rotauge so um die 400g hatte sich den Wurm gegriffen. Davon kamen noch zwei weitere dazu, ein kleines, zwei junge Alande so um die 30cm, und drei oder vier Wollhandkrabben.

Da der Wind spürbar augefrischt hatte trudelten immer mehr Windsurfer ein, und nutzten den herrlichen Sonnentag um nochmal über die Wellen zu flitzen. Leider waren auch zwei sehr unhöfliche Gäste aus Stade am Wasser, die zwar in ausreichend Abstand von meinem Platz ihre Geräte aufbauten, aber dann mit vollem Programm genau über meinen Futterplatz gerauscht sind um in Fahrt zu kommen. Natürlich nahmen sie diesen Weg auch, um zur Stullenpause wieder an Land zu kommen, exakt über meine Futterstelle. Bei knapp 1,50m Wassertiefe hat man da keine Chance, selbst die verfressenste Plötze sucht da schnell das Weite.

Ich war aber viel zu entspannt um da jetzt ein Faß aufzumachen, hätte bei den beiden sowieso nix genutzt, ich hätte mich nur reingesteigert. Also habe ich zusammengepackt, wir haben den LMC reisefertig gemacht, und saßen 10 Minuten später daheim auf der Couch.

Alles in allem ein gelungener Kurzurlaub, der in kürzester Zeit die Akkus wieder voll macht.

 

 

Hafenzander

Nein, es geht nicht um den Meldorfer Hafen, der bekommt irgendwann mal einen eigenen Artikel laugh Nein, es geht um den Hamburger Hafen, das Tor zur Welt, angeschlossen an ebendiese über die Elbe, Gezeitenabhängig, zum großen Teil ein freies Gewässer. Es gibt Angelführer die schöne Ecken vorstellen, aber zu Fuß oder mit dem ÖPNV machen wir das ein anderes Mal.

Am Samstag wollten wir uns mal die Top-Spots zeigen lassen, natürlich vom Boot aus, denn dann ist man nicht so anfällig für die 3 bis 4 Meter Tidenhub, und man kommt an Ecken, die zu Fuß gar nicht zu erreichen sind. Aber natürlich fährt man da nicht einfach hin und schippert los, sondern man sucht sich einen Profi, der das Gewässer kennt wie seine Westentasche, und der auf Wind und Wetter reagieren kann um seine Gäste zum Fisch zu führen.

Wir haben uns für eine Tagestour mit Pro-Guiding entschieden. Und das war eine gute Wahl. Schon die Vorbereitung war unproblematisch. Nach der Buchung über die Website kam ein Anruf von Najwa "Natsch" um grob den Rahmen abzuklären. Wir wollten eine Vertikaltour für drei Leute machen, bekamen dann die Rechnung per Mail, und am Tag vor der Tour einen weiteren Anruf von Natsch mit den Details zum Treffpunkt. Wir sollten um 07:00 Uhr auf einem Anleger in Finkenwerder sein, dort würden wir und eine weitere Gruppe dann eingesammelt werden.

Um 05:15 Uhr ging es dann auf die Piste, und kurz nach dem eintreffen auf dem Parkplatz kam Timo auch schon angefahren. Wir zogen uns um und packten das Tackle raus. Eike trudelte dann ebenfalls ein, also Kram gepackt und auf den Anleger. Pünktlich wie die Maurer kamen um 07:00 Uhr zwei Boote angerauscht, und die zweite Gästegruppe war ebenfalls auf die Minute am Platz. Da immer vier Gäste auf ein Boot passen musste die 5er Gruppe aus Bayern uns einen ihrer Jungs abgeben, und Philipp hat perfekt gepasst. Man hat ihn sogar verstanden, wenn er langsam geredet hat. Philipp und Eike waren noch jungfäulich was den Fang eines Zanders anging, das galt es in Angriff zu nehmen.

Kurz Orga, Fischereischeinkontrolle, Ausfüllen der Bootsausweise, Schwimmwestenkontrolle, und schon ging es ab auf die Elbe. Am Anfang habe ich mir noch Gedanken gemacht, ob der aufziehende Nebel noch zunehmen würde, das war teilweise eine ganz schöne Suppe.

Trotz des Nebels war der erste Spot schnell erreicht, Natsch gab uns Vertikal-Anfängern die letzten Anweisungen, und die Köder wurden abgelassen. Und es dauerte nicht lang, da war der erste Zander an Board.

Ich glaube den ersten hat Philipp geködert, und der zweite ging dann recht schnell bei Eike ans Band.

Na gut, der erste Fisch von Eike muss erst nochmal ein Fisch werden, aber Zielfisch, der erste Zander überhaupt, das muss schonmal dokumentiert werden.

Und so sollte es den ganzen Tag über weitergehen. Das Wetter war uns sehr wohl gesonnen, der morgendliche Nebel verzog sich dann irgendwann, und sogar der NOK-Profi Timo konnte dann irgendwann seinen ersten Elbzander des Tages an die Oberfläche holen.

Es klarte auf…

Die Fische wurden größer

Auf dem Weg zu den Spots kamen wir immer wieder sehr nahe an diese Pötte ran. Ist schon beeindruckend was da so rumdümpelt.

Auch der Maulwurf konnte irgendwann den ersten Zielfisch begrüßen, auch wenn dieser Flossentechnisch nicht ganz auf der Höhe war, ein schöner Fisch.

Zwischendurch kamen auch mal nette Barsche dazu,

Sogar ein Doppeldrill wurde uns gegönnt,

Noch ein Mauli-Zander

Am Ende des Tages hatten wir auf unserem Boot 38 Zander und drei Barsche auf der Uhr. Damit haben wir das andere Boot in locker platt gefischt (die Bayuwaren hatten in Summe 14 Fische).

Besonders toll fand ich, dass uns Philipp in Grund und Boden geangelt hat. Nahezu an jedem Spot den wir angefahren haben, konnte er einen Fisch nach oben zuppeln. Und auch Eike, ausgewiesener Hechtprofi und Schwedenfahrer, konnte seine ersten Stachelfische fangen. Leider haben wir an dem Tag die 65er Marke nicht überschritten, aber es war trotzdem ein tolles Erlebnis.

Das "Pro" im Firmennamen haben sich Natsch, Andi und Marc redlich verdient. Die Lund Boote sind 1A in Schuss, und die Guides kennen ihre Gewässer wirklich im Blindflug.

Natsch hat einen unglaublichen Ehrgeiz um die Gäste zum Fisch zu führen, sie gibt ihr Wissen gerne preis, gibt Tipps zur Köderführung und -wahl, erklärt einem die Strukturen unter Wasser, einfach nur toll. Natürlich fängt sie auch wie ein Profi, das ist klar wenn man so viel Zeit auf dem Wasser verbringt wie sie und das Team.

Wer kein eigenes Tackle hat oder mitnehmen möchte kann sich dieses leihen, am Boot ist einiges an echt gepflegtem Material vorhanden. Auch wer nicht die passenden Köder oder Bleiköpfe dabei hat muss sich keine Sorgen machen, das ist alles im Preis enthalten.

Der Tag hat mir so wahnsinnig gut gefallen, dass ich meinem Kumpel Stephan direkt davon vorgeschwärmt habe. Und da er ja auch ein absoluter Zanderfreund ist, wurde die nächste Tour schon gebucht. Wir hoffen jetzt darauf, dass Anfang Dezember das Wetter nochmal mitspielt, und dass wir an dem Tag auch mal die etwas größeren Z-Fische finden werden.

Ein Riesen Dankeschön an Natsch für den tollen Tag. Ich freue mich schon auf die nächste Tour mit Pro-Guiding Anfang Dezember

Urlaubsabschlussansitz

Gestern war ich nochmal im Moor des Nachbarvereins. Diese Karauschennummer hat mich nicht losgelassen, das wollte ich nochmal antesten.

In der Hoffnung eine Kuhle zu finden, in der noch keine Zwergwelse unterwegs sind, habe ich mir ein anderes Loch ausgesucht. Und alles richtig gemacht, die kleinen Störenfriede sind dort (noch?) nicht präsent.

Also los. Platz gesucht und aufgetackelt. Wie immer mit drei Ruten gefischt, wobei ich die in der Mitte in Zukunft wohl eher mal auslassen werde.

Ganz rechts die obligatorische Deadbait-Rute. Da ich vorher beim Höker in Heide war, konnte ich die dieses Mal direkt auslegen, und musste nicht erst auf Plötzen warten (was allerdings nicht notwendig gewesen wäre).

In der Mitte meine Waggler-Montage an der B&W CTM14A an der Mitchell 304S. Dieses Mal einen Gr.5 Tubertini Waggler direkt auf eine "Kante" gelegt. Die ", weil es dort von ca. 40cm auf sagenhafte 60cm abfällt. So ziemlich die einzige Struktur, die ich gefunden habe. Dort kam wieder mein 10mm Boilie (Ananas / Fisch) am 10er Haar zum Einsatz. Ich bin froh, wenn die Murmeln endlich weg sind, dann werden beim Markus vernünftige geholt. Mit der Zwille wieder zwei, drei Handvoll rings um den Proppen verteilt, hat sich auch gestern wieder keine Sau für die Murmeln interessiert.

Ganz links meine aktuelle Lieblingsrute: Die B&W XLS12. Ausgestattet mit der frisch abgeschmierten und Teflon-gebremsten Garcia Mitchell 300 habe ich dort wieder eine Stachelschweinborste überbleit auf Grund gelegt.

Ich glaube, ich habe es schonmal erwähnt. Ich bin manchmal so faul, das es stinkt. Gestern zum Beispiel. Ich hatte keine Lust noch in den Edeka zu gehen um Haferflocken und Sweetcorn zu kaufen, und da der Höker in Heide auf dem Weg liegt und ich eh noch Würmer holen wollte (auch die buddel ich nie selbst, obwohl ich bestimmt 3 m³ Kompost im Garten habe…), habe ich es mir einfach gemacht.

Als Futter habe ich eine Tüte "Schleie / Karpfen" von Willy Frosch aus dem Balzer Programm mitgenommen. Das hat recht grobe Partikel drin, sah sehr gut aus. Davon habe ich ungefähr 200g angerührt und einen kleinen Platz angelegt. Als Hakenköder sollte wieder Mais zum Einsatz kommen. Da keine Bonduelle Dose dabei war auch was teures gekauft: Ein Glas Cukk Körner. Die sind tatsächlich anders als der Mais, den ich aus der Dose kenne: Die Körner sind größer und härter. Da ich ohne Haar, direkt auf den Haken aufspieße, war das sehr praktisch. Gibt es mit diversen Additiven, ich habe aber absichtlich "natural" verwendet.

Ein einzelnes Maiskorn auf den AS04B von Mustad der Größe 14 (0.16er Vorfach), und ab damit in die Tiefe. Bzw. ins Wasser. Denn am Futterplatz hatte ich ungefähr 40cm Wassersäule zur Verfügung. War aber hoch spannend gestern. Da der Grund dort extrem modderig ist, konnte man immer sehen, wenn irgendwelche Fische auf den Platz kamen, denn dann ging eine dunkle Wolke im Wasser auf. Man konnte nur nicht sehen, was für ein Bursche sich da die Wampe vollgehauen hat.

Ungefähr in der Mitte lugte die Spitze der Stachelschweinborste 5mm aus dem Wasser.

In der ersten Stunde ging mit Mais gar nix. Aber diese Wolken gingen regelmäßig hoch, also irgendwas musste da sein. Mal zum Testen zwei Dendros auf den Haken, Bisse, aber kein wegziehen der Pose. Ein Madenbündel brachte dann die Lösung: Rotfedern. Ungefähr Handtellergroß waren die dort unterwegs. Schnell waren zwei davon im KöFi-Eimer platziert und ich habe wieder auf die Maiskörner umgesattelt. Ich wollte ja keinen Kleinfisch, Köfis hatte ich jetzt genug.

Und dann war auch wieder Ruhe angesagt. Bis auf einmal die Borste etwas hochkam, und dann recht gezielt auf Tauchfahrt ging. Rute hoch, der Haken hängt. Au ja! Bange Blicke auf die Bremse, aber jetzt, mit Teflon-Washer, tut sie absolut zuverlässig ihren Dienst. Denn zuerst konnte ich den Kollegen recht einfach bis kurz vor den Kescher lotsen und konnte recht früh die ersten goldenen Fünf-Markstücke auf dem Rücken sehen, aber dann zog er seelenruhig bestimmt 30m Schnur von der Spule, und musste mit viel gutem Zureden immer wieder Richtung Land zurück bugsiert werden. Immer wieder leicht rangeholt zog er auch immer wieder in aller Ruhe ab. Aber nach einigen Minuten war es dann soweit. Ich war froh, meinen Balzer-Kescher dabei zu haben, denn in der SC-Kelle wäre das tricky geworden. Also rein in den Kescher. Yeah! Mein erster "besserer" Karpfen.

Jeder Kaprfenangler würde da müde lächeln, aber ich habe mich gefreut wie Bolle. An dem verhältnismäßg feinem Gerät war das schon eine spannende Nummer.

So etwas wie eine Abhakmatte besitze ich noch nicht, da ich bisher noch keinen Beifang dieser Art hatte. Damit ich den Kollegen jetzt nicht umständlich aus dem Kescher auf das Maßband heben musste, habe ich alle Aktionen im Kescher, bzw. auf dem Keschernetz liegend ausgeführt. Das Maßband wurde nur kurz davor gelegt, der Haken war eh schon raus (barbless ist einfach toll) als der Druck von der Schnur war.

Ein schöner, feister Spiegler. Mein PB (bisher gingen wenn dann immer nur kleine Satzkarpfen auf meine Köder).

Für solche Fälle habe ich ja wenigstens immer eine Waage dabei:

Sehr geil! Knapp 1,4Kg muss man für den Kescher abrechnen, bleiben aber immer noch gute 4,5kg, die der Bursche mitbrachte. Ich habe gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd.

Ich habe dann zwar die Montage wieder ausgebracht, aber auch nach 2 Stunden ging da nix mehr. Als die Dämmerung eingesetzt hat habe ich testweise nochmal ein paar Würmer aufgespießt, und umgehend kamen die Rotfedern an Land. Also habe ich dann wieder eingepackt.

Fazit:
– Mais ist doch geil, man muss nur erst etwas Vetrauen finden.
– Ananas / Fisch funktioniert bei uns nicht. In drei Ansitzen nicht ein einziger Biss. Gut, dass die fast alle sind
– Teflon in der Bremse ist wichtig!

Damit ist mein Urlaub jetzt nahezu beendet. Morgen und übermorgen werde ich zwar nochmal an die Au kommen, aber nur stundenweise, kein größerer Ansitz mehr.

An dieser Stelle mal ein Dank an die Experten auf Stilvoll-Fischen ! Eure Beiträge sind eine Quelle der Inspiration für mich, das macht unglaublich viel Spaß! Und es funktioniert

Abschließend noch ein Eindruck von der Kuhle bei sinkendem Sonnenstand

Trari, trara – Der Wels ist da…

Angeregt durch eine Diskussion auf unserem neuen Projekt Stilvoll-Fischen wollte ich gestern mal sehen, ob es mir gelingt eine Karausche oder einen Giebel zu fangen. Was liegt da näher als die Kuhlen des ASV Heide. Ich habe mir eine Kuhle im Ostroher Bereich ausgeguckt, war so gegen 13:00 Uhr am Wasser und habe ganz in Ruhe aufgetackelt und die Montagen fertig gemacht. Diese Stelle sah vielversprechend aus

Links oben vor dem Seerosenfeld habe ich einen 6g Waggler mit 10mm Boilie am Haar platziert, und rechts, direkt vor dem Busch, so in 1 bis 2m Entfernung vom Ufer, eine Stachelschweinborste mit einem Maiskorn.

War aber irgendwie gestern nicht so mein Tag. Beim Auswerfen der Wagglermontage bin ich glaube ich 10 mal hinter mir in den Büschen hängen geblieben. Eine 14ft Rute ist da etwas umständlich vom Handling her. Aber irgendwann war alles fertig. Rund um den Waggler wurden zwei, drei Zwillenladungen Boilies platziert, und am Platz vor den Füßen habe ich eine Mischung aus gemahlenen Haferflocken und Zwieback mit püriertem Mais angeboten. Nachdem die Plätze angelegt waren konnte es losgehen.

Nach wenigen Minuten hing die erste Plötze am Band, eine schöne Brasse folgte nach einiger Zeit. Dann kam Unruhe auf den Platz. Es stiegen Luftblasen auf als würde das Wasser kochen. Nach Schleien oder Karauschen sah mir das aber nicht aus, und auch Bräsen machen normalerweise nicht solch ein Trara.

Die Lösung stellte sich nach wenigen Minuten ein: Diese kleinen Plagegeister haben sich also auch in dieser Kuhle breitgemacht.

Unglaublich, was die für eine Welle machen. Es ging zwar zwischendurch immer wieder mal eine Plötz oder Bräse ans Band, aber ansonsten ausschließlich diese Burschen. Und egal ob Lebendköder wie Made oder Wurm oder Maiskörner, die schrauben sich einfach alles rein. Nur an die Boiliemontage sind sie nicht herangegangen, vielleicht setze ich da in Zukunft drauf auf. Zum Friedfischangeln mit den gängigen Ködern hat sich das Moor dann wohl erledigt. Ich will es diese Woche nochmal mit Zwiebackteig probieren, und ggf. mit Pellets oder kleinen Murmeln.

Immerhin konnte ich meine Fertigkeiten im Umgang mit der Liftmontage an der leichten Stachelschweinpose trainieren. Neben gefühlten 400 Fehlbissen habe ich irgendwo im unteren zweistelligen Bereich diese kleinen Bartelträger rausgeholt. War also recht kurzweilig. Zusätzlich belohnt wurde ich durch einen wunderschönen Sonnenuntergang.

 

 

New School

Man kann ja nicht immer nur mit Ruten und Rollen aus den 60ern, 70ern und 80ern fischen, ab und zu muss auch mal was feines, neues ins Haus.

Mein Freund Stephan vom Angelspezi-Heide hatte da was ganz tolles für mich: Eine Rive Matchrute in 4,80m Länge. Meine 14-füßige Fox ist zwar schon ganz nett, aber da mir der Spitzenring inkl. einiger Zentimeter Blank verlustig gegangen ist, und ich eh mal was etwas längeres ausprobieren wollte, musste jetzt mal direkt was noch längeres einziehen. Also habe ich gestern zum ersten Mal am Wasser diese Schönheit ausgepackt:

Ganz feines Gerät das! Saubere Wicklungen, der Kork ist auch sehr fein gearbeitet, auch die Beschriftung kommt sehr fein daher. Die dreiteilige Rute ist angegeben für Wurfgewichte von 6 bis 25g, und hat einen sehr feinen Blank. Didier Delannoy hat seinen Namen da wirklich für ein feines Teil hergegeben. Mit ihrerer Transportlänge von 1,70m wird die Gerte in einer stabilen Röhre geliefert, die Rute selbst ist nochmal in einem feinen Futteral eingeschlagen.

 

Für den klassischen Ansitz mit Waggler und Co. ist noch eine Browning Matchrolle dazugekommen, dazu aber an anderer Stelle mehr. Da ich gestern mal wieder mit Brot an die Au wollte musste standesgemäß die Kingpin aufgesattelt werden.

Passt!

Die Rute ist aufgrund der Länge selbstverständlich etwas Kopflastig, da ich da ja keine 5000er Feederrolle draufschnallen werde. Durch den schön langen Reargrip lässt sich die Rute beim trotten aber sehr gut unter dem Oberarm fixieren. Das Gewicht von 245g ist echt ein Traum, das geht sicher auch über mehrere Stunden gut ohne dass man sich da einen Wolf buckelt.

Gestern war zwar sehr viel Wasser in der Au, aber die Schleuse war wohl dicht, daher gab es am Anfang erst einmal überhaupt keine Strömung. Nun denn, an Stelle des Brotes einige Maden ins Wasser, zwei auf den Haken, und ab damit. Der 4×4 Alloy Stick ließ sich sehr gut rausschlenzen, mal sehen, wie das bei dieser großen Anzahl an Ringen (17 meine ich) mit leichteren Sticks funktioniert.

Schon nach wenigen Minuten konnte ich diesen kleinen Kämpfer rausheben, viele weitere in der Kategorie sollten folgen.

Unterschiedliche Tiefeneinstellungen sind bei knapp 1m Wassersäule jetzt nicht drin, darum zuppelte ich einfach weiter Plötz um Plötz aus dem Wasser, war ein sehr kurzweiliges fischen. Auch Fische dieser Größe machen echt Spaß an der Rute. Sie gibt sehr schön nach, ist absolut kein Brett. Da nach einiger Zeit auch die Tore Richtung Nordsee geöffnet wurden kam eine leichte Strömung auf. Ich habe also mal einige Zeit mit Brotflocke geangelt, in der Hoffnung, dass mal ein Aland einsteigt. Aber es gingen weiter nur Plötzen an das Brot, und saugten es sich vom Haken runter. Also nochmal umgesattelt auf Made, und etwas tiefer gestellt, so dass die beiden Maden am 14er Tubertine S808 ganz leicht über den Grund schleifen. 

Nach einiger Zeit tauchte der Stick dann weg, und die Rute wurde mal etwas in Anspruch genommen. Ich habe mal versucht, die Biegekurve im Drill festzuhalten.

 

Ist jetzt kein Meisterfoto, aber zeigt die Spitzenaktion, und dass da noch einiges an Reserve drin steckt. Hintergrund dieser Aktion war dieser kleine Schleimer, der sich dann mal kurz in den Kescher gelegt hat.

 

Das packt die Rute absolut locker weg, das "strong" passt hier auf jeden Fall. Aber sie ist eben auch nicht zu strong. Ich habe ja hier (leider) nicht mit Barben oder größeren Döbeln zu rechnen, mit den Au-typischen Alanden und Bräsen wird diese Rute aber garantiert keine Probleme bekommen, und auch mal einen Satzkarpfen oder eine Schlei hervorbringen. Und sollte mal eine Meerforelle beim aufsteigen Hunger bekommen mache ich mir da auch keinen Kopp, wird garantiert ein lustiger Tanz.

Wer also auf der Suche nach einer langen Matchrute ist, die sowohl bei kleinen als auch bei größeren Weißfischen richtig Spaß macht, scheint mit der Rive R744 eine gute Möglichkeit zu haben. Waren jetzt zwar nur zwei Stunden gestern, aber ich denke, der erste Eindruck wird sich bei weiteren Einsätzen verfestigen und bestätigen.