Schlagwort-Archiv: Brassen

Saisonerföffnung

Veröffentlicht am von 0 Kommentare

Gestern war es endlich soweit: Der erste Tag mit zweistelligen Temperaturen, wenig Wind, und viel Sonne. Was liegt da näher, als ein Ausflug ins Moor? Also morgens noch schnell ein paar Maden besorgt, das Auto gepackt, und ab nach Sarzbüttel. Gegen 12:30 Uhr war alles aufgebaut, und ich konnte mich gemütlich im Stuhl zurücklehnen und auf die ersten Zupfer warten während ich die warmen Sonnenstrahlen genossen habe. Im Moor ist es einfach immer herrlich ruhig. Neben Gänsegebölke und Vogelgezwitscher kommen da kaum Geräusche durch, ein schöner Platz zum durchatmen und Kraft tanken.

Ich habe zwei Montagen ausgelegt: Einmal einen 15g Methodfeeder mit einem Fertigmix von Nash und einem 10mm Erdbeer-Boilie am Haar von Balzer an der Sänger Quiver, und einmal einen 5g Swimfeeder an der Hardy Swingtip. Als Futter für das Körbchen habe ich knapp eine Halbe Tüte Fertigfutter verwendet, keine Ahnung mehr welches genau. Als Haken einen 18er barbless Tubertini S808 am 0.12er Vorfach, darauf eine Made als Hakenköder.

Und dann hieß es erst einmal warten. Aber gar nich mal so lange wie ich eigentlich gedacht habe. Nach knapp einer halben Stunde fing die Quivertip ganz zart an zu zuppeln. Ich dachte erst an Rotaugen die um den Boilie rumfuttern, aber als es dann doch einen kleinen Ausschlag gab, habe ich die Rute mal in die Hand genommen. Und siehe da: Gegenwehr. Eine vorlaute Bräse hatte anscheinden Lust auf Erdbeeren.

 

Ein schöner Einstieg in den ersten Friedfischansitz im Jahr. Also gleich wieder raus mit dem Futter. Das sollte es für den Tag aber an der Rute gewesen sein mit Fisch. Aber zum Glück habe ich ja noch die Schwingspitze aufgestellt. Die dann nach einiger Zeit auch mal ausgeschlagen hat. Zum Vorschein kam ein richtiger kleiner Löwe, der die Hardy Swingtip beinahe an das Ende ihrer Kräfte gebracht, und mir im Drill so einiges abverlangt hat.

Fisch war also am Platz, also wieder raus mit der Made. Und das Zuppeln hielt an. Freudig überrascht war ich von diesem Exemplar, da hätte ich erst in zwei, drei Wochen mit gerechnet.

Es folgte noch eine Bräse, die sich bereits in ihrer Hochzeitstracht aufgehübscht hatte.

Und immer wieder kam auch ein Meister Plötz zum Vorschein. Alles keine Riesen, aber ich finde diese Fischlis einfach wunderschön, und bin immer wieder überrascht, welche Kräfte die aufbringen wenn man sie mal an Land holen will.

Nach drei Stunden habe ich dann zusammengepackt und bin wieder heim gefahren. 

Ich freue mich auf den nächsten Ausflug ins Moor.

Methodisch im Wehl

Veröffentlicht am von 0 Kommentare

Da mich die Pre-Senile Bettflucht (und unsere drei Hunde) heute wieder um 06:00 Uhr aus der Molle getrieben haben und die Wettervorhersage für den Vormittag noch durchaus positiv war, habe ich meinen Kram gepackt und bin mal wieder ans Wehl nach Barsfleth gefahren. Am Morgen war der Ostwind kaum zu spüren, erst Richtung Mittag sollte er auffrischen. Weil ich nicht zwischendurch ummontieren wollte habe ich wieder direkt auf die Quivertips gesetzt: Eine 3-Unzen Spitze auf der Tudor Supreme, und eine 1-unzige auf der Swing Tip Ledger. Ich wollte es dieses Mal mit zwei Futterplätzen probieren, einmal explizit mit dem Swimfeeder, einmal mit dem Method Körbchen.

Nachdem alles vorbereitet war, habe ich von der Method-Mischung 4 Mandarinengroße Kugeln mit der Futterschleuder ausgebracht und ziemlich zentral in der Mitte das Methodkörbchen platziert. 

 

Das Methodklümpchen habe ich in relativ weiter Entfernung kurz vor der rechtsliegenden Uferkante platziert, in etwa dort, wo die Schilfbüschel aus dem Wasser ragen (links von dem weißen "Rohr"). Der Swimfeder kam eher im Nahbereich zum Einsatz aber auch kurz vor der Uferkante, vielleicht so 3 bis 4 Meter vom Ufer entfernt.

So sieht ein fertig gemantschter Methodfeeder aus:

Ja, ich weiß, der ein oder andere wird jetzt wieder direkt "BLASPHEMIE!" brüllen, und noch das ein oder andere Ausrufezeichen dahinter setzen. Mir ist das egal. Ich fische auch Boilies an der Split Cane 😀 (der Spruch ist ja fast ein T-Shirt wert *überleg*).

Während sich am Swimfeeder die erste kleine Plötze austobte blieb der Haken mit der Kugel erstmal liegen. Aber dann, so ca. nach 45 Minuten, war es so weit, die Quiverspitze fing langsam an zu zittern, um dann ordentlich auszuschlagen. Rute hoch, sitzt. Ich habe mal versucht die Aktion der Rute im Bild festzuhalten. Bei der Verwendung von barbless Haken ist das immer etwas tricky, weil sobald der Zug von der Leine ist, jeder Kopfschüttler unweigerlich dazu führt, das der Fisch der Gewinner ist und sich vom Haken löst. Aber egal, fischen ist ja mehr als nur fangen :-).

In der Rute ist auf jeden Fall noch Luft, die dürfte auch mit einem Karpfen noch klarkommen:

Zum Vorschein kam eine schöne Bräse, mein erster Fisch auf diese Montage *doppelfreu*

Wie man sieht war der Haken schon raus. Sobald der Fisch im Kescher ist und die Spannung aus der Schnur ist, fällt der Haken von ganz allein aus dem Maul. Barbless ist schon toll!

Während ich die Bräse noch drille macht sich die zweite Rute bemerkbar, da das aber nur nach dem typischen "brrrrrrrrt" Schnellzittern einer Kleinplötze aussah habe ich erst einmal in Ruhe die Bräse an Land geholt. Und in dem Moment, in dem ich sie im Setzkescher habe, knallt mir die Swingtip Ledger Rute vom Rutenständer Richtung Wasser. Ich habe sie direkt zu greifen bekommen, Spitze hoch, Volllast, kurzer Zug in die Bremse, und *schmack* war der Zug auch wieder runter. Ich nehme an, ein Hecht hat sich das trommelnde Rotauge gegriffen, dem hatte das 0.18er Vorfach am 14er Tubertini natürlich nichts entgegenzuhalten. Das Vorfach war auch so vielleicht 5 bis 8 cm vor dem Haken sauber durchtrennt, einen Fehler so mitten im Material schließe ich jetzt mal aus. Egal, gut zu wissen, das da doch noch der ein oder andere Räuber im Becken ist.

Also beide Montagen wieder ausgebracht. Wieder eine halbe Stunde später wiederholte sich das Ritual an der Tudor mit einem etwas kleinern Vertreter seiner Art, am Swimfeeder blieb es danach bei Köderfischgröße.

In Summe ein sehr erfolgreicher Morgen, und endlich wurde das warten auf den Erfolg mit dem Methodfeeder mal belohnt.

 

Die größere hatte 2,4kg auf knapp 52cm, die kleinere habe ich nicht mehr vermessen.

So um 11:30 Uhr habe ich dann zufrieden zusammengepackt und bin zum frühstücken heim gefahren.

 

New School

Veröffentlicht am von 0 Kommentare

Man kann ja nicht immer nur mit Ruten und Rollen aus den 60ern, 70ern und 80ern fischen, ab und zu muss auch mal was feines, neues ins Haus.

Mein Freund Stephan vom Angelspezi-Heide hatte da was ganz tolles für mich: Eine Rive Matchrute in 4,80m Länge. Meine 14-füßige Fox ist zwar schon ganz nett, aber da mir der Spitzenring inkl. einiger Zentimeter Blank verlustig gegangen ist, und ich eh mal was etwas längeres ausprobieren wollte, musste jetzt mal direkt was noch längeres einziehen. Also habe ich gestern zum ersten Mal am Wasser diese Schönheit ausgepackt:

Ganz feines Gerät das! Saubere Wicklungen, der Kork ist auch sehr fein gearbeitet, auch die Beschriftung kommt sehr fein daher. Die dreiteilige Rute ist angegeben für Wurfgewichte von 6 bis 25g, und hat einen sehr feinen Blank. Didier Delannoy hat seinen Namen da wirklich für ein feines Teil hergegeben. Mit ihrerer Transportlänge von 1,70m wird die Gerte in einer stabilen Röhre geliefert, die Rute selbst ist nochmal in einem feinen Futteral eingeschlagen.

 

Für den klassischen Ansitz mit Waggler und Co. ist noch eine Browning Matchrolle dazugekommen, dazu aber an anderer Stelle mehr. Da ich gestern mal wieder mit Brot an die Au wollte musste standesgemäß die Kingpin aufgesattelt werden.

Passt!

Die Rute ist aufgrund der Länge selbstverständlich etwas Kopflastig, da ich da ja keine 5000er Feederrolle draufschnallen werde. Durch den schön langen Reargrip lässt sich die Rute beim trotten aber sehr gut unter dem Oberarm fixieren. Das Gewicht von 245g ist echt ein Traum, das geht sicher auch über mehrere Stunden gut ohne dass man sich da einen Wolf buckelt.

Gestern war zwar sehr viel Wasser in der Au, aber die Schleuse war wohl dicht, daher gab es am Anfang erst einmal überhaupt keine Strömung. Nun denn, an Stelle des Brotes einige Maden ins Wasser, zwei auf den Haken, und ab damit. Der 4×4 Alloy Stick ließ sich sehr gut rausschlenzen, mal sehen, wie das bei dieser großen Anzahl an Ringen (17 meine ich) mit leichteren Sticks funktioniert.

Schon nach wenigen Minuten konnte ich diesen kleinen Kämpfer rausheben, viele weitere in der Kategorie sollten folgen.

Unterschiedliche Tiefeneinstellungen sind bei knapp 1m Wassersäule jetzt nicht drin, darum zuppelte ich einfach weiter Plötz um Plötz aus dem Wasser, war ein sehr kurzweiliges fischen. Auch Fische dieser Größe machen echt Spaß an der Rute. Sie gibt sehr schön nach, ist absolut kein Brett. Da nach einiger Zeit auch die Tore Richtung Nordsee geöffnet wurden kam eine leichte Strömung auf. Ich habe also mal einige Zeit mit Brotflocke geangelt, in der Hoffnung, dass mal ein Aland einsteigt. Aber es gingen weiter nur Plötzen an das Brot, und saugten es sich vom Haken runter. Also nochmal umgesattelt auf Made, und etwas tiefer gestellt, so dass die beiden Maden am 14er Tubertine S808 ganz leicht über den Grund schleifen. 

Nach einiger Zeit tauchte der Stick dann weg, und die Rute wurde mal etwas in Anspruch genommen. Ich habe mal versucht, die Biegekurve im Drill festzuhalten.

 

Ist jetzt kein Meisterfoto, aber zeigt die Spitzenaktion, und dass da noch einiges an Reserve drin steckt. Hintergrund dieser Aktion war dieser kleine Schleimer, der sich dann mal kurz in den Kescher gelegt hat.

 

Das packt die Rute absolut locker weg, das "strong" passt hier auf jeden Fall. Aber sie ist eben auch nicht zu strong. Ich habe ja hier (leider) nicht mit Barben oder größeren Döbeln zu rechnen, mit den Au-typischen Alanden und Bräsen wird diese Rute aber garantiert keine Probleme bekommen, und auch mal einen Satzkarpfen oder eine Schlei hervorbringen. Und sollte mal eine Meerforelle beim aufsteigen Hunger bekommen mache ich mir da auch keinen Kopp, wird garantiert ein lustiger Tanz.

Wer also auf der Suche nach einer langen Matchrute ist, die sowohl bei kleinen als auch bei größeren Weißfischen richtig Spaß macht, scheint mit der Rive R744 eine gute Möglichkeit zu haben. Waren jetzt zwar nur zwei Stunden gestern, aber ich denke, der erste Eindruck wird sich bei weiteren Einsätzen verfestigen und bestätigen.

 

 

 

Außer Bräsen, nix gewesen…

Veröffentlicht am von 0 Kommentare

Doch, ein Aland und ein kleines Bärschlein. Aber sonst gingen heute nur Bräsen an den Köder. 

Nachdem ich gestern mein Schleienprogramm erfolgreich absolviert habe, wollte ich heute mal einfach nochmal Entspannungs-Angeln machen. Also ab an die Außenmiele. Leider hatten wir heute ungünstigen Wind, er kam von schräg vorne, Schirm brachte gar nix, durch den hätte ich durchangeln müssen. Die Schwinge war die ganze Zeit am rotieren, eine Bisserkennung war damit nicht wirklich möglich.

Zum Glück habe ich mir ja einen Satz Middy-Spitzen zugelegt. Darin enthalten ist eine Schwingspitze, eine Spring-Quiver und 3 Quiver-Tips in 1, 2 und 3 Unzen. Dann habe ich mich halt heute mal an der 2-unzigen probiert. 

Man kann erahnen, wie flach es dort im Uferbereich ist. Na ja, was heisst im Uferbereich. Auch 20 Meter weit draussen ist das nicht tiefer als vieleicht 1,5m. Aber da etwas weiter Flußab dann das Meldorfer Speicherbecken kommt ist das Wasser dort recht brackig, und die Bräsen fühlen sich dort richtig wohl.

Für den Setzkescher ist es dort ebenfalls grenzwertig, der steht halb aus dem Wasser, und darum ich mir den heute gekniffen. Nach einigen kleinen Bräsen ging dann der Tanz los, ein paar dicke Staubsauger haben sich auf dem Futterplatz eingefunden.

Exemplarisch für den Schwarm hier ein Bild der ersten größeren heute:

Davon gab es dann in den nächsten 20 Minuten 4 weitere. Und dann war wieder Ruhe am Platz. Da der Wind aufgefrischt und noch etwas weiter in die Frontalansicht gewechselt hat habe ich langsam angefangen zu packen. Einmal machte die Quiverspitze aber noch einen ordentlichen Ausschlag, und zum Vorschein kam dieser Bandit:

Und mit dem Kämpfer habe ich es dann auch gut sein lassen. Jetzt ist erstmal Schluss mit fischen. Der rechte Hinterreifen vom Vectra ist platt. Zum Glück habe ich Montag eh einen Termin in der Werkstatt, TÜV ist auch fällig. Dann wird morgen halt noch etwas an Stephans Seite gearbeitet (mehr dann in einigen Tagen), und am Montag früh muss ich wieder nach Berlin.

 

Bei Ostenwind…

Veröffentlicht am von 0 Kommentare

…da beisst kein Stint. Heisst es. Und am Samstag am Gieselaukanal ist diese "Wahrheit" ja auch halbwegs aufgegangen. 

Am Sonntag hat der Wind noch etwas kräftiger gepustet als am Samstag, aber im Moor kann man den Angelplatz so arrangieren, dass der Schirm den gesamten Wind fängt, und man angenehm Schwinge und Proppen betrachten kann.

Schnell war der Matrix Space Brolly aufgebaut, das Futter (Geers Gamma Feedermischung, zusätzlich etwas gerösteten Hanf) gemischt, der Proppen mit dem Wurm ausgebracht, und dann wurde auch schon das Körbchen geworfen. Aber in der ersten Stunde tat sich gar nix. Außer einem Schwanenpaar das sich die Sonne auf den Kopf scheinen ließ.

Dank der Schwingspitze mit dem verschiebbaren Gewicht ließ sich die Schnur trotz der immer wieder aufkommenden Böen sehr gut beobachten. 

Rechts von der Schwinge wieder die John Wilson Float, an der ich einen Waggler auf Grund gelegt habe. An der Rute tat sich gestern aber nix…

Aber so nach 'ner Stunde zuckte die Schwinge dann endlich. Den ersten Biss hatte ich verpeilt, die Maden kamen schön ausgelutscht wieder zum Vorschein. Aber nach dem nächsten Wurf und einigen Minuten warten zuckte es wieder, und ich konnte die erste Schönheit des Tages in Augenschein nehmen.

42cm, 1kg

Habe ich schon gesagt, dass die Schleienangelei echt Spaß macht?

Korb wieder raus, Pause. So nach 'ner halben Stunde konnte ich ganz vorsichtige Zupfer erkennen, aber zwei oder drei Anschläge gingen ins Leere. Immer wieder schön zwei Maden auf den 14er barbless Tubertini S808 und aufpassen. Dann, beim ersten Anzeichen eines Zuckens einen Anhieb gesetzt. Alter! Was ist das denn jetzt für ein Koffer? Der ging sofort in die Bremse, ohne dass ich Gegenwehr hätte aufbauen können. Vorsichtiges dagegenhalten brachte die Rute in einen gleichmäßigen Halbkreis, aber die Bremse surrte weiter. Bis auf einmal ein kurzer Ruck spürbar wurde, und ich das Körbchen ohne weitere Schwierigkeiten einholen konnte. Ausgeschlitzt. Der Haken war noch dran an der Montage, ich denke, da hat ein Karpfen sehr spitz gebissen und keine Lust auf eine Ufer-Tour gehabt.

Der hier durfte also leider nicht zum Einsatz kommen.

Egal, weitermachen. Nach wieder knapp 20 Minuten der nächste Biss, der nächste Fisch.

46cm, 1,5kg

Also am Wind kann es an diesem Gewässer nicht liegen…

Ich habe dann noch etwas weiter gefischt, und es kam noch eine kleine (38cm/850g) Schleie, eine Bräse und eine Plötz dazu

Apropos Plötzen. Die haben mich echt irre gemacht. Schon in der Absinkphase (sofern man bei einem Meter Wassertiefe davon reden kann) haben die sich an den Maden vergangen, ich hatte etliche Fehlbisse und nur noch Schlusen am Haken. Dann hat der Wind auch noch auf eine stetige bft5 bis 6 aufgefrischt, so dass ich mir gedacht habe "toppen kann den Tag eh nix mehr", eingepackt, und mich auf den Weg Richtung Wohnzimmer-Couch begeben habe.

 

Links:

– Matrix Equipment und das Gamma Feederfutter gibt es beim Angelspezi-Heide, bzw. dem Feedershop

Mühsames Geschäft am Gieselaukanal

Veröffentlicht am von 0 Kommentare

Der "Durchstich", wie der Gieselaukanal von den Vereinsmitgliedern des ASV Albersdorf gerne genannt wird, ist bekannt für seine guten Bestände an Weiß- und Raubfisch. Durch die Verbindung in den NOK auf der einen, und in die Eider auf der anderen Seite drückt sich dort normalerweise wirklich viel Fisch rum. Auch ich habe dort schon gut bis sehr gut gefangen, Grund genug mich mal mit einem Kollegen aus Kiel zu verabreden, der endlich mal sein Match- und Feeder-Geschirr zum Einsatz bringen will.

Also haben wir uns um 8 am Kanal getroffen, Plätze gesucht, Futter gemischt, und langsam konnte es dann losgehen. Kaum waren die ersten Körbe und Posen im Wasser kam auch schon Besuch vorbei. Noch nicht in Fisch-Form, sondern ein wunderschönes Schiff fuhr vor unserer Nase entlang.

Man sieht auch direkt, was für ein wundervolles Wetter wir hatten. Anfangs noch 9°C wurde es schnell wärmer, aber die Fische ließen sich von der Sonne nicht beeindrucken. Ich habe es mir ziemlich in Wassernähe gemütlich gemacht, schließlich wollte ich ja keine weiten Wege zum Setzkescher verlieren.

Aber was für ein mühsames Geschäft heute. Vielleicht vernagelte ja tatsächlich der seit 5 Tagen drückende Ostwind den Burschen die Mäuler? Keine Ahnung. Auch wenn ich wieder primär mit der Schwingspitze gefischt habe, dieses Mal habe ich noch einen Waggler mit der Lift-Montage abgelegt. Wollte doch mal sehen, vielleicht verirrt sich ja mal eine Schleie.. Irgendwann dann ein Kontrollblick zum Posenkopf. Wo ist denn der? Weg? Mal die Rute nehmen? Anhieb….Fisch. Was besseres, aber was sind das für Nicker? Eine große Bräse? Nee. Dann kam er langsam Richtung Kescher. Ein Bärschle!

Und was für ein Kaliber!

Schnell das Maßband gesucht, da ich solch einen Brummer nicht alle Tage ans Band bekomme wollte ich wissen, wie viel der auf der Kante hat.

45cm brachte der alte Knochen zu Tage, damit ist mein nächster PB gefallen *freu*. Und nächstes Mal bitte wieder das Pocket-Scale Maßband einpacken!

Aber ich wollte doch Friedfische fangen, noch keine Räuber. Also den Korb wieder geworfen, und ab und zu einen kleinen Brassen und mal ein Rotauge an Land geholt. In Summe aber auch nicht mehr als 8 oder 10 Fische.

Sehr spitze und vorsichtige Bisse, manchmal nur ein feiner Ausschlag der Schwinge, und bei der Köderkontrolle waren nur noch Schlusen am Haken. Irgendwann mal von Hakengröße 12 auf 16 gewechselt, aber den durchschlagenden Erfolg hat das auch nicht gebracht. Aber wenigstens zuckte immer wieder mal die Schwinge. Nach einiger Zeit Pause war dann wieder nur ein ganz feiner Ausschlag zu erkennen, aber einen Anhieb habe ich dennoch durchbekommen. Und was dann im Kescher landete war dann schon OK.

Erstmal sehen dass man den Haken gelöst bekommt und sich den Burschen schön auf dem Schoß zurecht legen. Gut dass die Hose keinen Geruch annimmt…

Zum Vorschein kam dann dieser Brocken hier. Da geht zwar noch mehr am Durchstich, aber für den sehr unergiebigen Tag dann wieder ein toller Fisch.

Und danach war es das dann eigentlich. Ich glaube noch ein oder zwei Kleinfische, aber sonst nix. Und so gegen 12:00 Uhr hat dann wohl jemand einen Schalter umgelegt. Hatten wir vorher wenigsten nochmal den ein oder anderen Madenablutscher, ging ab da auf einmal gar nix mehr. Die Köder wurden überhaupt nicht mehr in Betracht gezogen.

Wir haben dann so um 13:30 den Grill angefeuert, uns ein paar leckere Würstchen einverleibt, und dann auch langsam zusammengepackt und gen Heimat gefahren.

Danke nochmal an Frank für den Foto-Service, Grill und Würstchen, und den schönen gemeinsamen Angeltag. 

Der Durchstich wird mich auf jeden Fall noch das ein oder andere Mal zu Gesicht bekommen. Z. B. die Raubfischangelei mit Naturköder steht dort ganz weit oben auf meiner "zu erledigen Liste".

Ach so, und vielen Dank nochmal an den unbekannten Kaprfen-Angler der rechts von uns gesessen hat. Wenn zwei Vollprofis zum grillen fahren bringen zwar beide einen eigenen Grill und eigene Würstchen mit, da beide aber schon vor Jahren mit dem Rauchen aufgehört haben ist sowas wie ein Feuerzeug natürlich nicht mehr dabei. Ich habe kurz mal versucht, ein Taschentuch mit dem Zigarettenanzünder in Gang zu bringen, bin dann aber lieber kurz die Strasse hochgestiefelt und habe mir einen Lighter ausgeliehen…noch was für den Merkzettel.

 

 

Wiederholungstäter

Veröffentlicht am von 0 Kommentare

Nach dem großen Erfolg am Samstag habe ich das Oster-Wochenende genutzt, um mal etwas zu experimentieren. Am Ostersonntag sind dabei ungefähr 2Kg Weißfische rumgekommen, schöne Plötzen und ein oder zwei kleinere Brassen. Gestern wollte ich dann nochmal das Rezept vom Samstag probieren. Da man Schleie ja nur ganz früh am Morgen oder spät am Abend in der Dämmerung fangen kann war ich unsicher: Früh aufstehen, oder abends länger machen? Zum frühen aufstehen konnte ich mich nicht durchringen. Also gemütlich bis 9 gepennt, etwas rumgedaddelt, und so gegen 11 mal mit der Frau auf den Meldorfer Innenstadtflohmarkt gegangen. Da war es mir dann aber zu voll, kann ich nicht mehr gut mit um, mit so vielen Leuten. Also dem Schatz noch einen Kuss gegeben, und einfach ins Moor gefahren, auch wenn die Zeit nicht dem Plan entsprach.

So gegen 14:00 Uhr war dann alles aufgebaut. Gefischt wurde wieder mit der Schwingspitze und der John Wilson Matche.

An der Schwinge wieder mit zwei Maden am 16er Tubertini S808 (barbless) und kleinem Körbchen, an der Matche ein kleines Wurmbündel am 10er Wurmhaken unter einem Straight Waggler (3gr) leicht überbleit auf dem Grund abgelegt. An der Rute sah der Köder übrigens am Ende genau so unberührt aus, wie am Anfang. Um den Waggler herum habe ich zwei oder drei Handvoll fertige Partikelköder mit der Futterzwille verteilt.

Im Körbchen wieder die Erfolgsmischung, die mir mein Freund Georg vom Angelspezi-Heide mal zusammengestellt hat. Ich weiß übrigens gar nicht, wie ich so lange ohne ein Sieb und einen vernünftigen Eimer ausgekommen bin. Es ist wirklich unglaublich, wieviel besser das Futter wird, wenn es nicht einfach in einem alten Farbeimer zusammengekippt wird. Ein Super Set ist z. B. dieses hier. Mit dem passenden Sieb dabei ist ratz, fatz eine vernünftige Konsistenz zusammen gemischt. 

Zwei Stunden lang hat sich gar nix bewegt, dann hat endlich die Schwinge gezuckt. Rute hoch, Fisch hängt. Die nächste Tinca für die Statistik *dollfreu*.

42cm / 1Kg

Wieder rein mit dem Köder, und wieder tat sich erstmal gar nix. Komisch, dass sich noch nichtmal kleine Plötzen einstellen. Beim nächsten Zucken in der Spitze und dem hochnehmen der Rute wusste ich gleich, "die ist noch besser". Das es wieder eine Schleie war habe ich mir sofort gedacht, aber die hat ordentlich gezickt bis sie endlich im Kescher war.

47cm, 1,5kg

Yeah, Baby! So macht das Spaß 🙂

Eigentlich wollte ich ja in die Dämmerung reinfischen, aber nach diesem Erfolg habe ich dann kurz danach hochzufrieden zusammen gepackt. Was soll denn in der Dämmerung da noch besser werden? 😉

Links:

Mit der Schwinge ins Moor

Veröffentlicht am von 0 Kommentare

Vor einigen Wochen habe ich günstig eine alte, ziemlich abgerockte Schwingspitzenrute ergattert, damit wollte ich diese Fischerei einfach einmal ausprobieren. Nachdem ich das getan hatte, stellte sich raus, das mir diese Angelei doch tatsächlich Spass macht. Also kommt die alte Schwinge jetzt Richtung Wohnwagen (Bericht vom lokalen Angelsee folgt), und für daheim musste was neues her.

Da ich von einem Angelkumpel mal auf das tolle Form Classy Catchers hingewiesen wurde, bin ich dort ja auch leidlich aktiv, und habe schon das ein oder andere wunderschöne Stück gekauft. Eines der dortigen Mitglieder (Vintage Seatboxes), verkauft neben traumhaft wieder aufgefrischten Sitzkiepen oder handgenähten Futteralen auch immer wieder mal eine schöne Rute oder Rolle, alles in einem Wahnsinns Zustand. Für mich hatte der gute Mann was ganz besonderes auf Lager. Eine 9 Fuß, 4 Inch "Swing Tip Ledger", und dazu eine Rovic Rolle. Als Zugabe hat er mir noch zwei selbstgebaute Schwingen mitgegeben.

Bitte entschuldigt, ich habe meine Kamera irgendwo verlegt, darum müssen iPhone-Pics erstmal reichen…

Und sieht das aufgebaut aus:

Mit einer davon habe ich die Rute gestern am Gieselaukanal eingeweiht. Trotz recht kräftigem Seitenwind war die Bisserkennung unglaublich gut, uns so sind knapp 3 bis 4 Kg Fisch im Kescher gelandet. Heute wollte ich das gute Stück mal in unserem Sarzbüttler Moor probieren. Heute war es auch wieder recht windig, aber geschützt durch den Matrix Space Brolly ging das doch sehr gut. Ich habe zwar auch noch eine Waggler-Montage rausgelegt, da ging aber nix dran. Aber für meine Körbchen haben sich Interessenten gefunden. Es hat bestimmt zwei Stunden gedauert, dann wurden das erste Mal die Maden abgelutscht. Wieder ausgeworfen, und das Körbchen einfach liegen gelassen. Auf einmal zuckt die Schwinge, Anschlag, hängt. Ein besserer, Brassen wahrscheinlich. Aber wenn das ein Brassen ist, dann ein guter. Als ich das Landing Net (der Kescherstab kommt übrigens auch von Vintage Seatboxes), eintauche und den Fisch das erste mal sehe kommt Freude auf: Eine Tinca! Meine erste überhaupt *dollfreu*. Nachdem die schöne nochmal Dampf gemach hat ging es aber in den Kescher.

44cm, 1,45 kg.

Wahnsinnig gefreut, was für ein schöner Fisch. Aber es war noch recht zeitig, also das Körbchen nochmal raus. Wieder bestimmt 20 bis 30 Minuten kein Zupfer. Dann aber geht die Spitze wieder los. Yeah! Wieder eine Schlei, etwas kleiner und schlanker, aber genauso hübsch.

41cm, 1 kg

Was für ein Tag. Und was für ein Erfolg, beim eigentlich erst zweiten gezielten Einsatz der Schwinge. Ich bin angefixt. Auf jeden Fall verweigere ich mich den Futterkörbchen nicht mehr.

Schließlich gehe ich regelmäßig mit den Profis vom Angelspezi-Heide los, ausgewiesene Feeder-Profis, die ihr Wissen gerne weitergeben.

Ob ich nochmal auswerfe? Klar, halbe Stundegeht noch. Und nach 15 Minuten der nächste Wackler. Diesmal aber "nur" eine kleine Brasse.

Hier übrigens nochmal ein Bild vom wartenden Unterfangkescher. Man kann den wunderschönen Stab hoffentlich erahnen:

Meine John Wilson Float habe ich gestern auch mit fest montiertem Straight Waggler ausgelegt (leichter Stilbruch mit der relativ jungen Balzer MTX) und einem Bündelchen Rotwürmer und einem Maiskorn ausgelegt, da wurde aber noch nicht einmal dran rumgelutscht.

Ich bin total begeistert von der Angelei mit der Schwinge. Bei Wind (sofern nicht allzu arg) einfach eine ruhigere Köderpräsentation als mit der Matche. Und der Erfolg gibt der Methode recht. Total bescheuert, dass ich mich den Futterkörben immer verweigert habe. Na gut, normale Feederspitzen werde ich wohl eher selten fischen, aber die Schwinge kommt jetzt öfter zum Einsatz…

Links:

 

Müh- aber Erholsam

Veröffentlicht am von 0 Kommentare

Gestern war es endlich so weit, endlich mal wieder mit guten Kumpels gemeinsam den Friedfischen nachstellen. Wie immer waren alle außer mir mit Feeder-Ruten unterwegs und ich mit der Matchrute.

Es ging an die Eider im Hennstedter Bereich. Der Wind aus Nort-Nordwest kam ziemlich fies von der Seite, und mit einer stetigen bft3 und ab und an mal stärkeren Böen hat der noch ordentlich gebissen. Aber für 1,5 Stunden war auch mal die pure Sonne am strahleblauen Himmel, allein dafür hat sich das frühe aufstehen gelohnt.

Zum ersten Mal habe ich nun auch neben der Match einen Boilie ins Wasser geworfen. Frisst ja kein Brot, drei Ruten sind erlaubt. Also einen Fluo PopUp am fest montierten Method-Feeder rausgeworfen, das Ü-Ei in den Piepser gehängt und einfach liegen gelassen. Aber da hat sich kein Interessent für gefunden, war eigentlich auch so zu erwarten.

[singlepic id=581 w=320 h=240 float=]

Es hat sich dann später zugezogen und der Wind hat noch etwas gedreht, aber bis dahin war ich eingeworfen und die ersten Plötzen sind auf dem Futterplatz gewesen. Aber alles echt nur Kleinfisch, ich hatte in Summe am Schluß 7 Rotaugen die an den Maden nicht vorbeigekommen sind.

Die Spitze vom Waggler ist leider nicht zu erkennen 🙂

[singlepic id=579 w=320 h=240 float=]

Die Feeder-Fraktion war da erfolgreicher: Einge Brassen bis an die 800g, schöne Rotaugen und sogar Rotfedern gingen dort an den Haken.

[singlepic id=580 w=320 h=240 float=]

Für mich war es der erste Ansitz an der Eider, aber bestimmt nicht der letze.

 

 

Match-Abschluss am Gieselau-Kanal

Veröffentlicht am von 0 Kommentare

So, heute wurde zum letzen Mal die Matchrute in die Hand genommen. Zumindest für dieses Jahr. In 2013 will ich das nämlich wieder öfter machen.

Heute ging es nochmal gemeinsam mit Georg Wahle vom Feedershop.de an den Gieselau-Kanal.


Größere Kartenansicht

Dieser Kanal verbindet die Eider mit dem Nord-Ostsee-Kanal und ist die Pachtstrecke vom ASV Albersdorf. Durch die Anbindung an diese beiden Gewässer verfügt dieses Teilstück über einen sehr guten Bestand an Weißfischen. Aber auch für seine guten Zanderfänge ist der Gieselaukanal bekannt.

Ich habe mich heute trotz schwieriger Voraussetzungen wieder für die Match-Rute entschieden. Trotz Wind in Böen um die 50 km/h sowie ordentlichen Hagel- und Regenschauern konnte ich meine Handvoll kleiner Plötzen fangen und war so mit dem Tagesergebnis zufrieden.

[singlepic id=544 w=320 h=240 float=]

Georg als ausgewiesener Profi mit der Feeder-Rute war da weitaus erfolgreicher, einige schöne Brassen und eine wunderschöne Rotfeder konnten an seinen ausgelegten Ködern einfach nicht vorbei.

[singlepic id=545 w=320 h=240 float=]

Damit beschließe ich heute auch meine Match-Saison 2012 und freue mich schon darauf im nächsten Jahr gemeinsam mit Georg und weiteren Anglern aus dem Team vom Angelspezi in Heide wieder den ein oder anderen Weißfisch an Land zu ziehen.