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Mit der Schwinge ins Moor

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Vor einigen Wochen habe ich günstig eine alte, ziemlich abgerockte Schwingspitzenrute ergattert, damit wollte ich diese Fischerei einfach einmal ausprobieren. Nachdem ich das getan hatte, stellte sich raus, das mir diese Angelei doch tatsächlich Spass macht. Also kommt die alte Schwinge jetzt Richtung Wohnwagen (Bericht vom lokalen Angelsee folgt), und für daheim musste was neues her.

Da ich von einem Angelkumpel mal auf das tolle Form Classy Catchers hingewiesen wurde, bin ich dort ja auch leidlich aktiv, und habe schon das ein oder andere wunderschöne Stück gekauft. Eines der dortigen Mitglieder (Vintage Seatboxes), verkauft neben traumhaft wieder aufgefrischten Sitzkiepen oder handgenähten Futteralen auch immer wieder mal eine schöne Rute oder Rolle, alles in einem Wahnsinns Zustand. Für mich hatte der gute Mann was ganz besonderes auf Lager. Eine 9 Fuß, 4 Inch "Swing Tip Ledger", und dazu eine Rovic Rolle. Als Zugabe hat er mir noch zwei selbstgebaute Schwingen mitgegeben.

Bitte entschuldigt, ich habe meine Kamera irgendwo verlegt, darum müssen iPhone-Pics erstmal reichen…

Und sieht das aufgebaut aus:

Mit einer davon habe ich die Rute gestern am Gieselaukanal eingeweiht. Trotz recht kräftigem Seitenwind war die Bisserkennung unglaublich gut, uns so sind knapp 3 bis 4 Kg Fisch im Kescher gelandet. Heute wollte ich das gute Stück mal in unserem Sarzbüttler Moor probieren. Heute war es auch wieder recht windig, aber geschützt durch den Matrix Space Brolly ging das doch sehr gut. Ich habe zwar auch noch eine Waggler-Montage rausgelegt, da ging aber nix dran. Aber für meine Körbchen haben sich Interessenten gefunden. Es hat bestimmt zwei Stunden gedauert, dann wurden das erste Mal die Maden abgelutscht. Wieder ausgeworfen, und das Körbchen einfach liegen gelassen. Auf einmal zuckt die Schwinge, Anschlag, hängt. Ein besserer, Brassen wahrscheinlich. Aber wenn das ein Brassen ist, dann ein guter. Als ich das Landing Net (der Kescherstab kommt übrigens auch von Vintage Seatboxes), eintauche und den Fisch das erste mal sehe kommt Freude auf: Eine Tinca! Meine erste überhaupt *dollfreu*. Nachdem die schöne nochmal Dampf gemach hat ging es aber in den Kescher.

44cm, 1,45 kg.

Wahnsinnig gefreut, was für ein schöner Fisch. Aber es war noch recht zeitig, also das Körbchen nochmal raus. Wieder bestimmt 20 bis 30 Minuten kein Zupfer. Dann aber geht die Spitze wieder los. Yeah! Wieder eine Schlei, etwas kleiner und schlanker, aber genauso hübsch.

41cm, 1 kg

Was für ein Tag. Und was für ein Erfolg, beim eigentlich erst zweiten gezielten Einsatz der Schwinge. Ich bin angefixt. Auf jeden Fall verweigere ich mich den Futterkörbchen nicht mehr.

Schließlich gehe ich regelmäßig mit den Profis vom Angelspezi-Heide los, ausgewiesene Feeder-Profis, die ihr Wissen gerne weitergeben.

Ob ich nochmal auswerfe? Klar, halbe Stundegeht noch. Und nach 15 Minuten der nächste Wackler. Diesmal aber "nur" eine kleine Brasse.

Hier übrigens nochmal ein Bild vom wartenden Unterfangkescher. Man kann den wunderschönen Stab hoffentlich erahnen:

Meine John Wilson Float habe ich gestern auch mit fest montiertem Straight Waggler ausgelegt (leichter Stilbruch mit der relativ jungen Balzer MTX) und einem Bündelchen Rotwürmer und einem Maiskorn ausgelegt, da wurde aber noch nicht einmal dran rumgelutscht.

Ich bin total begeistert von der Angelei mit der Schwinge. Bei Wind (sofern nicht allzu arg) einfach eine ruhigere Köderpräsentation als mit der Matche. Und der Erfolg gibt der Methode recht. Total bescheuert, dass ich mich den Futterkörben immer verweigert habe. Na gut, normale Feederspitzen werde ich wohl eher selten fischen, aber die Schwinge kommt jetzt öfter zum Einsatz…

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