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Frühsommer

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Lange ist es her seit der letzten Meldung, aber irgendwie fehlte mir (mal wieder 🙂 ) die Motivation. Ich werde wohl nie der Welt fleißigster Blogschreiber. Egal!

Gestern ging es mal wieder ins Vereinsmoor nach Sarzbüttel. Einfach eine schöne Ecke, auch wenn im großen Loch nur wenige Parzellen von unserem Verein aus befischt werden dürfen. Aber trotzdem: Es ist herrlich ruhig dort, man hört eigentlich nix anderes als Vogelgebölk und Gansgeschnatter. Nach dem Frühstückskaffee ging es also los. Zwei Ruten und alles was dazugehört ins Auto und ab in die Wildnis.

Aufgrund der recht kräftigen Windböen habe ich mich gestern mal für eine Doppelspitze entschieden, und an beiden Ruten eine Quiverspitze montiert. An der etwas längern Tudor Supreme habe ich einen 15 g Method Feeder mit 8mm Ananas Boilie gefischt, an der Swing Tip Ledger einen normalen 15 g Swimmfeeder mit drei Maden, beide Montagen waren mit einem 14er Tubertini S808 Barbless bestückt.

Futter gemacht, Ruten montiert, und ab ins Wasser mit dem Zeug.

 

Dann hieß es erst einmal warten bis zum ersten Zupfer. Das sollte auch fast zwei Stunden dauern, aber zum Glück ist im Moor so viel Viehzeug unterwegs, das es einem dort nicht so schnell langweilig wird. Dieses mal war neben den obligatorischen Gänsen auch ein Vierfüßer unterwegs um die leicht zweistelligen Temperaturen zu genießen (es geht nicht um den PKW!).

Dann war es endlich so weit, die weiße Spitze schlug aus, Rute hoch und ab dafür. Der Tag sollte mit einer schicken Bräse beginnen. 62 cm und gute 3,5 kg brachte der Brocken mit, zum Glück hat die Rovic Rolle eine fein justierbare Bremse. Mein Dinsmores Panhead hat so gerade noch ausgereicht, aber da die Fische bei uns jetzt nicht mehr so viel größer werden, sollte der erstmal noch ausreichen.

 

Aber Bräsen wollte ich ja eigentlich nicht, der Sinn stand mir mehr nach einer schönen Schleie. Also direkt wieder frische Maden auf den Haken und los gehts. Es gingen noch weitere kleiner Geschwister der Bräse an den Haken, ich meine so 5 oder 6 Stück, alle kleiner, so zwischen 30 und 40cm. 

Dann kam eine kurze Beißpause von vielleicht 45 Minuten. Ich war schon am überlegen, ob ich den Tag ausklingen lassen sollte, da fing die Spitze wieder fein an auszuschlagen. Der Anhieb saß, und in den Kescher kam dann auch der Zielfisch des Tages. Mit 42 cm kein Riese, aber makellos.

Eine halbe Stunde lang hielten mich die kleinen Bräsen etwas auf Trab, danach habe ich es dann aber auch gut sein lassen, habe zusammengepackt und mich auf den Heimweg gemacht.

Am Boilie hatte niemand Interesse, das werde ich aber nicht aufgeben.

 

 

Krawehl! Krawehl!

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Ich musste das einfach mal anbringen! 🙂

Heute mal wieder am Wehl in Barsfleth angesessen, laut Aussagen der Mitanglerschaft im Verein wohl eines der schwierigsten Gewässer, das den Vereinsmitgliedern zur Verfügung steht.

Dank des ehemaligen Deiches sitzt man auch bei West/Nord-West Wind recht gut geschützt am Wasser, und kann auch bei einer bft 4bis 5 mit feinem Gerät fischen. Diesmal habe ich einen kleinen 10mm Boilie an der Liftmontage angeboten, und eine neue Schwingspitze ausprobiert. 

Bei ebay ist mir eine Schwingspitze aufgefallen, die etwas anders gebaut ist als die, die ich normalerweise verwende. Und zwar wird an Stelle des Gummischlauches eine Stück etwas steiferer Kunststoff an der Gewindeaufnahme befestigt. Laut dem Höker handelt es sich um eine Variation on Fred Foster, sein Buch über die Schwingspitzenangelei "und weitere moderne Methoden" aus den 70ern ist gerade im Zulauf. Bin gespannt.

Da dieses Stück Kunststoff nicht hohl ist, verhält sich die Schwinge etwas anders als die normalen: Sie ist nicht ganz so Windanfällig. Auch bei einer kräftigen Brise lässt die Spitze sich sehr schön ausrichten.

Die Bissanzeige ist vielleicht nicht ganz so fein wie bei einem Stück Gummischlauch, aber trotzdem wurden auch die Bisse von den fingerlangen Plötzchen ordentlich angezeigt.

Da ich keine Maden und keinen Mais mehr hatte musste ich heute mal direkt mit mittelgroßen Dendrobenas anfangen. Und trotz des relativ großen Tubertint S808 in der 12er Version und einem bis zwei Würmern am Haken haben nur Plötzen und Plötzchen den Köder genommen. Zwischendurch gab es immer wieder mal Beisspausen.

An der Posenrute wie gesagt einen der handgemachten Waggler aus England mit der Liftmontage und einem Boilie ausgelegt.

Da sich mit der 10füßigen Milbro Prefect keine exorbitanten Wurfweiten erzielen lassen habe ich recht nah vor den Füßen gefischt. Wenn einer Lust auf Proppengucken hat, hier kommt einer:

Der Peacock hat zwar das ein oder andere Mal leicht gewackelt, aber zu einem hinlegen oder aufrichten hat es nicht gereicht. Egal. Im Fokust stand eh die neue Schinge.

Mitten in einer Beisspause habe ich noch ein paar Scheiben olles Toastbrot in der Tasche gefunden, und ich fand, es wurde mal Zeit die Brotausstecher von Middy zu verwenden. Also einen kleinen Kreis Toast ausgestanzt und angehakt, und das 10g Körbchen wieder auf Reisen geschickt. Und schon nach wenigen Minuten zuckte die Schwinge. Rute hoch, und man fühlte direkt das sich was besseres blicken lassen wollte. Au ja, endlich mal wieder eine Schleie. Vorsichtig über den Kescher bugsieren….jawoll….Zug von der Schnur…au, der Haken ist schon raus. Rute ablegen…..Mist! Der Fisch macht fett Bambule im Kescher, und weil ich das Tonkin Handle nicht überlasten möchte, lasse ich den Kescher wieder sinken. Diese Chance nutzt die Tinca und zieht Leine. Egal. Wird so um die 40 bis 45cm gehabt haben die Schöne, die bekomme ich schon nochmal zu Gesicht.

Bestätigt von der Köderwahl wird das nächste Plätzchen ausgestochen, und wieder dauert es nur Minuten bis die Spitze wieder schwingt. Diesmal konnte ich die Hübsche vernünftig keschern und zu einem Landgang überreden:

Hat so gerade an den 40 gekratzt das Mäuschen.

Danach war dann aber wieder Ruhe. Ich habe dann zwischendurch nochmal mit Wurm die ein oder andere Plötze verhaftet, aber weitere Tincas oder auch eine Bräse hatte dann keine Lust mehr.

Da morgen früh um 4 wieder der Wecker dengelt habe ich dann zusammen gepackt und mich auf den Heimweg gemacht…

Beim nächsten Mal muss ich unbedingt die Fibalite und ein paar Blinker mitnehmen. Ich bin mir sicher, dass an einer bestimmten Stelle im Wehl ein Hecht sein Unwesen treibt. Wollen wir doch mal sehen…

 

Für diejenigen, die nochmal wissen möchten, was ein Wehl ist:

 

 

 

 

Die richtige Mischung

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Ja, ich gebe es zu, ich bin wirklich beim Futterkorb angekommen. Und da spielt das richtige Futter nunmal auch eine sehr wichtige Rolle. Klar, auch beim Matchen muss das passen, aber durch die wirklich Ködernahe Ablage des Korbes muss beim Feedern oder Quivern wirklich alles stimmen.

Bisher habe ich mich ja immer auf die Mischungen verlassen, die mir mein Freund Georg vom Angelspezi-Heide zusammengestellt und empfohlen hat, eben immer mit dem Fokus auf das Matchfischen. Beim letzten gemeinsamen Ausflug meinte er schon, wenn ich öfter mit dem Körbchen losgehe solle ich mir ruhig mal das Gamma Futter von Geers ansehen. Das habe ich jetzt zweimal gemacht, und ich bin wirklich begeistert. Das ist jetzt kein Langzeit-Test, aber rein subjektiv (wie auch sonst) gefällt mir das Futter sehr gut. Ich habe es in der Mischung Vanille Orange probiert, es gibt aber noch andere Sorten, die ich auf jeden Fall mal bestellen und probieren möchte.

Das Futter hat eine kräftige, orange Farbe und setzt sich vom Gewässergrund gut ab. Nach dem ersten Anziehen und nachfeuchten bleiben auf dem Sieb die unerwünschten Klümpchen liegen, und in der Futterwanne ist alles fertig. Ich habe lediglich noch zwei, drei Handvoll gerösteten Hanf beigemischt, keine Ahnung, ob das besondere Auswirkungen hat. Wenn ich heute nachmittag dran denke mache ich mal ein Bild von der fertigen Mischung.

Nachtrag: Hier mal ein Bild von der Mischung. Durch die Sonne sieht es noch etwas krasser aus, ganz so knallig ist es nicht.

Noch eine kleine Handvoll Maden rein, und los gehts. Der Test vor den Füßen sieht gut aus: Das Futter löst sich sehr gut aus dem Korb, es entsteht ein kleiner aber feiner Teppich. Bei den hier vorrangig bestehenden geringen Wassertiefen ein wichtiger Punkt. Wenn das Futter da zu lange als dicker Klumpen rumliegt und sich nicht auflöst bringt das alles nix. Aber das Gamma macht alles richtig.

Wie immer, nach gut einer Stunde am Platz hatte ich die ersten vorsichtigen Anfasser, und nach kurzer Zeit dann die erste Tinca im Kescher. Das sollte gestern aber wohl ein ganz besonderer Tag werden. Wieder wehte eine recht ordentliche bft4, in Böen 5 aus Nord-Ost, und traf damit seitlich auf die Schwingspitze. Ich habe mir beim Angelspezi-Heide ein Modell mitgenommen, (ich meine von Jenzi), bei dem man ein verschiebbares Gewicht auf der Schwingspitze verschieben kann, um auf Wind zu reagieren. Damit hat alles perfekt funktioniert.

Gestern bekam die Swing Tip Ledger ordentlich was zu tun. Für eine Rutenbeschreibung bemühe ich mal eben den Verkäufer her, der mir diese tolle Rute und Rolle vermacht hat:

Die Rute ist eine 9'4 Swing Tip Ledger unbekannter Herkunft. Baujahr ca. 1980, TC liegt bei 7/8lb bis 1lb. Die Rute liegt zwischen Mid- und Fullflex, in Richtung Mid, aber halt nicht so schön definiert, wie z.B. eine RWA. Der Blank ist gezapft und mit Intermediates gewickelt, was recht aufwendig ist und toll aussieht. Der Zustand ist neuwertig.

Ich habe die Rute in England von privat erworben zusammen mit einer Stanjay Sports The Avon 1 1/4lb TC in 10ft. Die Avon ist optisch sehr ähnlich, weshalb es sein kann, dass die STL auch von Stanjay stammt. Afaik war dies ein großer Dealer, der auch eigenes Tackle vertrieb. Falls hier jemand Infos hat, immer gern!
 

Die Rolle ist eine seltene Rovic DX-100. In Japan hergestellt und an Sigma Supra angelehnt. Etwa 35er Größe, Ganggeräusch, Fold Bail und Ganzmetall. Die Rolle ist extrem spielfrei und sehr aufwendig gefertig. Etwa 1984, in neuwertigem Zustand.

Hier zur Erinnerung nochmal ein Bild der Combo:

Es rappelte immer wieder, bis so gegen 17:30 eine größere Pause einsetzte. Da fiel mir ein dass Gerald, Angelkumpel und Mitarbeiter im Angelspezi-Heide, (u. a. frisch gebackener deutscher Meister im Team Schleswig-Holstein beim DAFV Anglertreff – Fischereitag Feeder am 26. und 27.04.2014 in Abbendorf), mir gestern früh noch was empfohlen hat, um müde Schleien wach zumachen: Wurmspray.

Jo, das Zeug müffelt wie Hölle, eben wie eine Handvoll Würmer mit ohne Würmer.

Also habe ich ein paar Spritzer davon mit in das Futter gemischt, und noch einige Körbe geworfen. Ja, es hat dann noch einige Male geschnackelt.

Am Ende des Tages konnte sich das Resultat sehen lassen: 7 Schleien konnte ich landen, 2 haben sich noch ganz kurz vor dem Kescherkopf durch einen geschickten Schlenzer vom Haken gelöst (das ist es, was ich an den Barbless Haken mag: Sobald der Zug weg ist, fallen die schon fast raus. Ja, kann sein dass man den ein oder anderen Fisch damit verliert, aber das ist es mir wert…), und einige Bisse habe ich natürlich noch verpeilt.

Ich denke, ich werde heute noch einen Ansitz an der Außenmiele oder in Barsfleth starten, Auto ist schließlich noch gepackt, und die Alande laufen mir nicht weg…

Links:

  • Gamma Futter und Sensas Bombix Vers de Terre gibt es beim Angelspezi-Heide im Geschäft
  • Wunderbaren Vintage Kram, liebevoll aufbereitete Sietzkiepen, Kescherstäbe und vieles mehr gibt es bei Olli von Vintage Seatboxes