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Saisonerföffnung

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Gestern war es endlich soweit: Der erste Tag mit zweistelligen Temperaturen, wenig Wind, und viel Sonne. Was liegt da näher, als ein Ausflug ins Moor? Also morgens noch schnell ein paar Maden besorgt, das Auto gepackt, und ab nach Sarzbüttel. Gegen 12:30 Uhr war alles aufgebaut, und ich konnte mich gemütlich im Stuhl zurücklehnen und auf die ersten Zupfer warten während ich die warmen Sonnenstrahlen genossen habe. Im Moor ist es einfach immer herrlich ruhig. Neben Gänsegebölke und Vogelgezwitscher kommen da kaum Geräusche durch, ein schöner Platz zum durchatmen und Kraft tanken.

Ich habe zwei Montagen ausgelegt: Einmal einen 15g Methodfeeder mit einem Fertigmix von Nash und einem 10mm Erdbeer-Boilie am Haar von Balzer an der Sänger Quiver, und einmal einen 5g Swimfeeder an der Hardy Swingtip. Als Futter für das Körbchen habe ich knapp eine Halbe Tüte Fertigfutter verwendet, keine Ahnung mehr welches genau. Als Haken einen 18er barbless Tubertini S808 am 0.12er Vorfach, darauf eine Made als Hakenköder.

Und dann hieß es erst einmal warten. Aber gar nich mal so lange wie ich eigentlich gedacht habe. Nach knapp einer halben Stunde fing die Quivertip ganz zart an zu zuppeln. Ich dachte erst an Rotaugen die um den Boilie rumfuttern, aber als es dann doch einen kleinen Ausschlag gab, habe ich die Rute mal in die Hand genommen. Und siehe da: Gegenwehr. Eine vorlaute Bräse hatte anscheinden Lust auf Erdbeeren.

 

Ein schöner Einstieg in den ersten Friedfischansitz im Jahr. Also gleich wieder raus mit dem Futter. Das sollte es für den Tag aber an der Rute gewesen sein mit Fisch. Aber zum Glück habe ich ja noch die Schwingspitze aufgestellt. Die dann nach einiger Zeit auch mal ausgeschlagen hat. Zum Vorschein kam ein richtiger kleiner Löwe, der die Hardy Swingtip beinahe an das Ende ihrer Kräfte gebracht, und mir im Drill so einiges abverlangt hat.

Fisch war also am Platz, also wieder raus mit der Made. Und das Zuppeln hielt an. Freudig überrascht war ich von diesem Exemplar, da hätte ich erst in zwei, drei Wochen mit gerechnet.

Es folgte noch eine Bräse, die sich bereits in ihrer Hochzeitstracht aufgehübscht hatte.

Und immer wieder kam auch ein Meister Plötz zum Vorschein. Alles keine Riesen, aber ich finde diese Fischlis einfach wunderschön, und bin immer wieder überrascht, welche Kräfte die aufbringen wenn man sie mal an Land holen will.

Nach drei Stunden habe ich dann zusammengepackt und bin wieder heim gefahren. 

Ich freue mich auf den nächsten Ausflug ins Moor.

Rolling Home

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Die Wohnwagensaison an der Ostsee ist ja seit dem 03.10. zu Ende, also haben wir unseren schönen Lord Münsterland Caravan ja wieder vor der Haustür stehen. Da steht er gut, aber besonders am Wochenende gibt es bessere Plätze. Und man muss gar nicht so weit fahren: Der Meldorfer Speicherkoog liegt schließlich fast vor der Haustür.

Also haben wir am Samstag früh etwas zu Essen eingepackt, die Katzennäpfe zum überlaufen gebracht, und sind mit den Hunden an den Rand des Speicherbeckens gefahren. Am Samstag war so gut wie kein Wind, darum war auch nur ein Surfer unterwegs, der über den Teich zuckelte. Also habe ich meine Schwingspitzencombo ausgebracht, und nebenher noch die Silstar mit einer 2oz Feederspitze bestückt

An der Silstar gab es Dendros, an der Schwinge zwei Maden am 16er Haken. Für die Würmer hat sich niemand interessiert, auf die Maden gab es extrem spitze und vorsichtige Bisse, die selbst an der Schwinge kaum zu erkennen waren. Abhilfe hat es gebracht, als ich eine Made vollständig auf den Hakenschenlkel aufgezogen, und die andere normal angeboten habe. Dann wurde der Köder richtig genommen.

Zum Vorschein kamen ganz ordentliche Plötzen, ich mag die Burschen einfach

Bei diesen beiden sollte es an dem Tag aber bleiben, dazu gab es noch eine der obligatorischen Wollhandkrabben.

So langsam setzte die Abenddämmerung ein, und es wurde ruhig am Koog.

Dieses Mal hatte ich so gut wie gar keinen Heimweg, denn unser LMC wartete ja bereits auf mich. Die Maus hat die Zeit genutzt und im Wägelchen einen leckeren Eintopf zubereitet, und bei einem köstlichen Mahl ließen wir den Tag direkt am Wasser ausklingen.

Am Sonntag haben wir erstmal richtig ausgeschlafen und bis 10:00 Uhr in den Federn gelegen. Dann gab es ein Käffchen und eine kleine Obstschale, die Vierfüße wurden kurz geleert, und dann habe ich mich wieder ans Wasser gesetzt. Als Futter kam heute mal das System Lock "Karpfen / Schleie" von Balzer zum Einsatz. Es ist zum Feedern eigentlich nicht so perfekt, da es recht grobkörnig ist. Ich hatte die Tüte zum testen vom Angelspezi-Heide bekommen, und hatte nix anderes dabei.

Vor dem sieben sah es so aus:

Nach dem sieben waren die ganz groben Bestandteile dann raus. Ich muss das Futter unbedingt nochmal beim trotten an der Au probieren, ich glaube, die Alande müssten ganz rallig davon werden.

Also angemischt, und wenn man es nicht mit aller Kraft in das Körbchen drückt, flockte aus nach dem Einwerfen auch schön aus dem Korb. Also wieder die beiden Ruten fertig gemacht, und auch die Swingtip dieses mal mit der 2oz Quivertip ausgestattet. Wieder einen Wurm an der Silstar, und heute mal mit einem 4er Madenbündel am 12er Haken an der Quivertip.

Und bereits nach wenigen Minuten zuckte die Spitze der Silstar. Ein weiteres Rotauge so um die 400g hatte sich den Wurm gegriffen. Davon kamen noch zwei weitere dazu, ein kleines, zwei junge Alande so um die 30cm, und drei oder vier Wollhandkrabben.

Da der Wind spürbar augefrischt hatte trudelten immer mehr Windsurfer ein, und nutzten den herrlichen Sonnentag um nochmal über die Wellen zu flitzen. Leider waren auch zwei sehr unhöfliche Gäste aus Stade am Wasser, die zwar in ausreichend Abstand von meinem Platz ihre Geräte aufbauten, aber dann mit vollem Programm genau über meinen Futterplatz gerauscht sind um in Fahrt zu kommen. Natürlich nahmen sie diesen Weg auch, um zur Stullenpause wieder an Land zu kommen, exakt über meine Futterstelle. Bei knapp 1,50m Wassertiefe hat man da keine Chance, selbst die verfressenste Plötze sucht da schnell das Weite.

Ich war aber viel zu entspannt um da jetzt ein Faß aufzumachen, hätte bei den beiden sowieso nix genutzt, ich hätte mich nur reingesteigert. Also habe ich zusammengepackt, wir haben den LMC reisefertig gemacht, und saßen 10 Minuten später daheim auf der Couch.

Alles in allem ein gelungener Kurzurlaub, der in kürzester Zeit die Akkus wieder voll macht.

 

 

Krawehl! Krawehl!

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Ich musste das einfach mal anbringen! 🙂

Heute mal wieder am Wehl in Barsfleth angesessen, laut Aussagen der Mitanglerschaft im Verein wohl eines der schwierigsten Gewässer, das den Vereinsmitgliedern zur Verfügung steht.

Dank des ehemaligen Deiches sitzt man auch bei West/Nord-West Wind recht gut geschützt am Wasser, und kann auch bei einer bft 4bis 5 mit feinem Gerät fischen. Diesmal habe ich einen kleinen 10mm Boilie an der Liftmontage angeboten, und eine neue Schwingspitze ausprobiert. 

Bei ebay ist mir eine Schwingspitze aufgefallen, die etwas anders gebaut ist als die, die ich normalerweise verwende. Und zwar wird an Stelle des Gummischlauches eine Stück etwas steiferer Kunststoff an der Gewindeaufnahme befestigt. Laut dem Höker handelt es sich um eine Variation on Fred Foster, sein Buch über die Schwingspitzenangelei "und weitere moderne Methoden" aus den 70ern ist gerade im Zulauf. Bin gespannt.

Da dieses Stück Kunststoff nicht hohl ist, verhält sich die Schwinge etwas anders als die normalen: Sie ist nicht ganz so Windanfällig. Auch bei einer kräftigen Brise lässt die Spitze sich sehr schön ausrichten.

Die Bissanzeige ist vielleicht nicht ganz so fein wie bei einem Stück Gummischlauch, aber trotzdem wurden auch die Bisse von den fingerlangen Plötzchen ordentlich angezeigt.

Da ich keine Maden und keinen Mais mehr hatte musste ich heute mal direkt mit mittelgroßen Dendrobenas anfangen. Und trotz des relativ großen Tubertint S808 in der 12er Version und einem bis zwei Würmern am Haken haben nur Plötzen und Plötzchen den Köder genommen. Zwischendurch gab es immer wieder mal Beisspausen.

An der Posenrute wie gesagt einen der handgemachten Waggler aus England mit der Liftmontage und einem Boilie ausgelegt.

Da sich mit der 10füßigen Milbro Prefect keine exorbitanten Wurfweiten erzielen lassen habe ich recht nah vor den Füßen gefischt. Wenn einer Lust auf Proppengucken hat, hier kommt einer:

Der Peacock hat zwar das ein oder andere Mal leicht gewackelt, aber zu einem hinlegen oder aufrichten hat es nicht gereicht. Egal. Im Fokust stand eh die neue Schinge.

Mitten in einer Beisspause habe ich noch ein paar Scheiben olles Toastbrot in der Tasche gefunden, und ich fand, es wurde mal Zeit die Brotausstecher von Middy zu verwenden. Also einen kleinen Kreis Toast ausgestanzt und angehakt, und das 10g Körbchen wieder auf Reisen geschickt. Und schon nach wenigen Minuten zuckte die Schwinge. Rute hoch, und man fühlte direkt das sich was besseres blicken lassen wollte. Au ja, endlich mal wieder eine Schleie. Vorsichtig über den Kescher bugsieren….jawoll….Zug von der Schnur…au, der Haken ist schon raus. Rute ablegen…..Mist! Der Fisch macht fett Bambule im Kescher, und weil ich das Tonkin Handle nicht überlasten möchte, lasse ich den Kescher wieder sinken. Diese Chance nutzt die Tinca und zieht Leine. Egal. Wird so um die 40 bis 45cm gehabt haben die Schöne, die bekomme ich schon nochmal zu Gesicht.

Bestätigt von der Köderwahl wird das nächste Plätzchen ausgestochen, und wieder dauert es nur Minuten bis die Spitze wieder schwingt. Diesmal konnte ich die Hübsche vernünftig keschern und zu einem Landgang überreden:

Hat so gerade an den 40 gekratzt das Mäuschen.

Danach war dann aber wieder Ruhe. Ich habe dann zwischendurch nochmal mit Wurm die ein oder andere Plötze verhaftet, aber weitere Tincas oder auch eine Bräse hatte dann keine Lust mehr.

Da morgen früh um 4 wieder der Wecker dengelt habe ich dann zusammen gepackt und mich auf den Heimweg gemacht…

Beim nächsten Mal muss ich unbedingt die Fibalite und ein paar Blinker mitnehmen. Ich bin mir sicher, dass an einer bestimmten Stelle im Wehl ein Hecht sein Unwesen treibt. Wollen wir doch mal sehen…

 

Für diejenigen, die nochmal wissen möchten, was ein Wehl ist:

 

 

 

 

Die richtige Mischung

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Ja, ich gebe es zu, ich bin wirklich beim Futterkorb angekommen. Und da spielt das richtige Futter nunmal auch eine sehr wichtige Rolle. Klar, auch beim Matchen muss das passen, aber durch die wirklich Ködernahe Ablage des Korbes muss beim Feedern oder Quivern wirklich alles stimmen.

Bisher habe ich mich ja immer auf die Mischungen verlassen, die mir mein Freund Georg vom Angelspezi-Heide zusammengestellt und empfohlen hat, eben immer mit dem Fokus auf das Matchfischen. Beim letzten gemeinsamen Ausflug meinte er schon, wenn ich öfter mit dem Körbchen losgehe solle ich mir ruhig mal das Gamma Futter von Geers ansehen. Das habe ich jetzt zweimal gemacht, und ich bin wirklich begeistert. Das ist jetzt kein Langzeit-Test, aber rein subjektiv (wie auch sonst) gefällt mir das Futter sehr gut. Ich habe es in der Mischung Vanille Orange probiert, es gibt aber noch andere Sorten, die ich auf jeden Fall mal bestellen und probieren möchte.

Das Futter hat eine kräftige, orange Farbe und setzt sich vom Gewässergrund gut ab. Nach dem ersten Anziehen und nachfeuchten bleiben auf dem Sieb die unerwünschten Klümpchen liegen, und in der Futterwanne ist alles fertig. Ich habe lediglich noch zwei, drei Handvoll gerösteten Hanf beigemischt, keine Ahnung, ob das besondere Auswirkungen hat. Wenn ich heute nachmittag dran denke mache ich mal ein Bild von der fertigen Mischung.

Nachtrag: Hier mal ein Bild von der Mischung. Durch die Sonne sieht es noch etwas krasser aus, ganz so knallig ist es nicht.

Noch eine kleine Handvoll Maden rein, und los gehts. Der Test vor den Füßen sieht gut aus: Das Futter löst sich sehr gut aus dem Korb, es entsteht ein kleiner aber feiner Teppich. Bei den hier vorrangig bestehenden geringen Wassertiefen ein wichtiger Punkt. Wenn das Futter da zu lange als dicker Klumpen rumliegt und sich nicht auflöst bringt das alles nix. Aber das Gamma macht alles richtig.

Wie immer, nach gut einer Stunde am Platz hatte ich die ersten vorsichtigen Anfasser, und nach kurzer Zeit dann die erste Tinca im Kescher. Das sollte gestern aber wohl ein ganz besonderer Tag werden. Wieder wehte eine recht ordentliche bft4, in Böen 5 aus Nord-Ost, und traf damit seitlich auf die Schwingspitze. Ich habe mir beim Angelspezi-Heide ein Modell mitgenommen, (ich meine von Jenzi), bei dem man ein verschiebbares Gewicht auf der Schwingspitze verschieben kann, um auf Wind zu reagieren. Damit hat alles perfekt funktioniert.

Gestern bekam die Swing Tip Ledger ordentlich was zu tun. Für eine Rutenbeschreibung bemühe ich mal eben den Verkäufer her, der mir diese tolle Rute und Rolle vermacht hat:

Die Rute ist eine 9'4 Swing Tip Ledger unbekannter Herkunft. Baujahr ca. 1980, TC liegt bei 7/8lb bis 1lb. Die Rute liegt zwischen Mid- und Fullflex, in Richtung Mid, aber halt nicht so schön definiert, wie z.B. eine RWA. Der Blank ist gezapft und mit Intermediates gewickelt, was recht aufwendig ist und toll aussieht. Der Zustand ist neuwertig.

Ich habe die Rute in England von privat erworben zusammen mit einer Stanjay Sports The Avon 1 1/4lb TC in 10ft. Die Avon ist optisch sehr ähnlich, weshalb es sein kann, dass die STL auch von Stanjay stammt. Afaik war dies ein großer Dealer, der auch eigenes Tackle vertrieb. Falls hier jemand Infos hat, immer gern!
 

Die Rolle ist eine seltene Rovic DX-100. In Japan hergestellt und an Sigma Supra angelehnt. Etwa 35er Größe, Ganggeräusch, Fold Bail und Ganzmetall. Die Rolle ist extrem spielfrei und sehr aufwendig gefertig. Etwa 1984, in neuwertigem Zustand.

Hier zur Erinnerung nochmal ein Bild der Combo:

Es rappelte immer wieder, bis so gegen 17:30 eine größere Pause einsetzte. Da fiel mir ein dass Gerald, Angelkumpel und Mitarbeiter im Angelspezi-Heide, (u. a. frisch gebackener deutscher Meister im Team Schleswig-Holstein beim DAFV Anglertreff – Fischereitag Feeder am 26. und 27.04.2014 in Abbendorf), mir gestern früh noch was empfohlen hat, um müde Schleien wach zumachen: Wurmspray.

Jo, das Zeug müffelt wie Hölle, eben wie eine Handvoll Würmer mit ohne Würmer.

Also habe ich ein paar Spritzer davon mit in das Futter gemischt, und noch einige Körbe geworfen. Ja, es hat dann noch einige Male geschnackelt.

Am Ende des Tages konnte sich das Resultat sehen lassen: 7 Schleien konnte ich landen, 2 haben sich noch ganz kurz vor dem Kescherkopf durch einen geschickten Schlenzer vom Haken gelöst (das ist es, was ich an den Barbless Haken mag: Sobald der Zug weg ist, fallen die schon fast raus. Ja, kann sein dass man den ein oder anderen Fisch damit verliert, aber das ist es mir wert…), und einige Bisse habe ich natürlich noch verpeilt.

Ich denke, ich werde heute noch einen Ansitz an der Außenmiele oder in Barsfleth starten, Auto ist schließlich noch gepackt, und die Alande laufen mir nicht weg…

Links:

  • Gamma Futter und Sensas Bombix Vers de Terre gibt es beim Angelspezi-Heide im Geschäft
  • Wunderbaren Vintage Kram, liebevoll aufbereitete Sietzkiepen, Kescherstäbe und vieles mehr gibt es bei Olli von Vintage Seatboxes

 

Bei Ostenwind…

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…da beisst kein Stint. Heisst es. Und am Samstag am Gieselaukanal ist diese "Wahrheit" ja auch halbwegs aufgegangen. 

Am Sonntag hat der Wind noch etwas kräftiger gepustet als am Samstag, aber im Moor kann man den Angelplatz so arrangieren, dass der Schirm den gesamten Wind fängt, und man angenehm Schwinge und Proppen betrachten kann.

Schnell war der Matrix Space Brolly aufgebaut, das Futter (Geers Gamma Feedermischung, zusätzlich etwas gerösteten Hanf) gemischt, der Proppen mit dem Wurm ausgebracht, und dann wurde auch schon das Körbchen geworfen. Aber in der ersten Stunde tat sich gar nix. Außer einem Schwanenpaar das sich die Sonne auf den Kopf scheinen ließ.

Dank der Schwingspitze mit dem verschiebbaren Gewicht ließ sich die Schnur trotz der immer wieder aufkommenden Böen sehr gut beobachten. 

Rechts von der Schwinge wieder die John Wilson Float, an der ich einen Waggler auf Grund gelegt habe. An der Rute tat sich gestern aber nix…

Aber so nach 'ner Stunde zuckte die Schwinge dann endlich. Den ersten Biss hatte ich verpeilt, die Maden kamen schön ausgelutscht wieder zum Vorschein. Aber nach dem nächsten Wurf und einigen Minuten warten zuckte es wieder, und ich konnte die erste Schönheit des Tages in Augenschein nehmen.

42cm, 1kg

Habe ich schon gesagt, dass die Schleienangelei echt Spaß macht?

Korb wieder raus, Pause. So nach 'ner halben Stunde konnte ich ganz vorsichtige Zupfer erkennen, aber zwei oder drei Anschläge gingen ins Leere. Immer wieder schön zwei Maden auf den 14er barbless Tubertini S808 und aufpassen. Dann, beim ersten Anzeichen eines Zuckens einen Anhieb gesetzt. Alter! Was ist das denn jetzt für ein Koffer? Der ging sofort in die Bremse, ohne dass ich Gegenwehr hätte aufbauen können. Vorsichtiges dagegenhalten brachte die Rute in einen gleichmäßigen Halbkreis, aber die Bremse surrte weiter. Bis auf einmal ein kurzer Ruck spürbar wurde, und ich das Körbchen ohne weitere Schwierigkeiten einholen konnte. Ausgeschlitzt. Der Haken war noch dran an der Montage, ich denke, da hat ein Karpfen sehr spitz gebissen und keine Lust auf eine Ufer-Tour gehabt.

Der hier durfte also leider nicht zum Einsatz kommen.

Egal, weitermachen. Nach wieder knapp 20 Minuten der nächste Biss, der nächste Fisch.

46cm, 1,5kg

Also am Wind kann es an diesem Gewässer nicht liegen…

Ich habe dann noch etwas weiter gefischt, und es kam noch eine kleine (38cm/850g) Schleie, eine Bräse und eine Plötz dazu

Apropos Plötzen. Die haben mich echt irre gemacht. Schon in der Absinkphase (sofern man bei einem Meter Wassertiefe davon reden kann) haben die sich an den Maden vergangen, ich hatte etliche Fehlbisse und nur noch Schlusen am Haken. Dann hat der Wind auch noch auf eine stetige bft5 bis 6 aufgefrischt, so dass ich mir gedacht habe "toppen kann den Tag eh nix mehr", eingepackt, und mich auf den Weg Richtung Wohnzimmer-Couch begeben habe.

 

Links:

– Matrix Equipment und das Gamma Feederfutter gibt es beim Angelspezi-Heide, bzw. dem Feedershop

Mühsames Geschäft am Gieselaukanal

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Der "Durchstich", wie der Gieselaukanal von den Vereinsmitgliedern des ASV Albersdorf gerne genannt wird, ist bekannt für seine guten Bestände an Weiß- und Raubfisch. Durch die Verbindung in den NOK auf der einen, und in die Eider auf der anderen Seite drückt sich dort normalerweise wirklich viel Fisch rum. Auch ich habe dort schon gut bis sehr gut gefangen, Grund genug mich mal mit einem Kollegen aus Kiel zu verabreden, der endlich mal sein Match- und Feeder-Geschirr zum Einsatz bringen will.

Also haben wir uns um 8 am Kanal getroffen, Plätze gesucht, Futter gemischt, und langsam konnte es dann losgehen. Kaum waren die ersten Körbe und Posen im Wasser kam auch schon Besuch vorbei. Noch nicht in Fisch-Form, sondern ein wunderschönes Schiff fuhr vor unserer Nase entlang.

Man sieht auch direkt, was für ein wundervolles Wetter wir hatten. Anfangs noch 9°C wurde es schnell wärmer, aber die Fische ließen sich von der Sonne nicht beeindrucken. Ich habe es mir ziemlich in Wassernähe gemütlich gemacht, schließlich wollte ich ja keine weiten Wege zum Setzkescher verlieren.

Aber was für ein mühsames Geschäft heute. Vielleicht vernagelte ja tatsächlich der seit 5 Tagen drückende Ostwind den Burschen die Mäuler? Keine Ahnung. Auch wenn ich wieder primär mit der Schwingspitze gefischt habe, dieses Mal habe ich noch einen Waggler mit der Lift-Montage abgelegt. Wollte doch mal sehen, vielleicht verirrt sich ja mal eine Schleie.. Irgendwann dann ein Kontrollblick zum Posenkopf. Wo ist denn der? Weg? Mal die Rute nehmen? Anhieb….Fisch. Was besseres, aber was sind das für Nicker? Eine große Bräse? Nee. Dann kam er langsam Richtung Kescher. Ein Bärschle!

Und was für ein Kaliber!

Schnell das Maßband gesucht, da ich solch einen Brummer nicht alle Tage ans Band bekomme wollte ich wissen, wie viel der auf der Kante hat.

45cm brachte der alte Knochen zu Tage, damit ist mein nächster PB gefallen *freu*. Und nächstes Mal bitte wieder das Pocket-Scale Maßband einpacken!

Aber ich wollte doch Friedfische fangen, noch keine Räuber. Also den Korb wieder geworfen, und ab und zu einen kleinen Brassen und mal ein Rotauge an Land geholt. In Summe aber auch nicht mehr als 8 oder 10 Fische.

Sehr spitze und vorsichtige Bisse, manchmal nur ein feiner Ausschlag der Schwinge, und bei der Köderkontrolle waren nur noch Schlusen am Haken. Irgendwann mal von Hakengröße 12 auf 16 gewechselt, aber den durchschlagenden Erfolg hat das auch nicht gebracht. Aber wenigstens zuckte immer wieder mal die Schwinge. Nach einiger Zeit Pause war dann wieder nur ein ganz feiner Ausschlag zu erkennen, aber einen Anhieb habe ich dennoch durchbekommen. Und was dann im Kescher landete war dann schon OK.

Erstmal sehen dass man den Haken gelöst bekommt und sich den Burschen schön auf dem Schoß zurecht legen. Gut dass die Hose keinen Geruch annimmt…

Zum Vorschein kam dann dieser Brocken hier. Da geht zwar noch mehr am Durchstich, aber für den sehr unergiebigen Tag dann wieder ein toller Fisch.

Und danach war es das dann eigentlich. Ich glaube noch ein oder zwei Kleinfische, aber sonst nix. Und so gegen 12:00 Uhr hat dann wohl jemand einen Schalter umgelegt. Hatten wir vorher wenigsten nochmal den ein oder anderen Madenablutscher, ging ab da auf einmal gar nix mehr. Die Köder wurden überhaupt nicht mehr in Betracht gezogen.

Wir haben dann so um 13:30 den Grill angefeuert, uns ein paar leckere Würstchen einverleibt, und dann auch langsam zusammengepackt und gen Heimat gefahren.

Danke nochmal an Frank für den Foto-Service, Grill und Würstchen, und den schönen gemeinsamen Angeltag. 

Der Durchstich wird mich auf jeden Fall noch das ein oder andere Mal zu Gesicht bekommen. Z. B. die Raubfischangelei mit Naturköder steht dort ganz weit oben auf meiner "zu erledigen Liste".

Ach so, und vielen Dank nochmal an den unbekannten Kaprfen-Angler der rechts von uns gesessen hat. Wenn zwei Vollprofis zum grillen fahren bringen zwar beide einen eigenen Grill und eigene Würstchen mit, da beide aber schon vor Jahren mit dem Rauchen aufgehört haben ist sowas wie ein Feuerzeug natürlich nicht mehr dabei. Ich habe kurz mal versucht, ein Taschentuch mit dem Zigarettenanzünder in Gang zu bringen, bin dann aber lieber kurz die Strasse hochgestiefelt und habe mir einen Lighter ausgeliehen…noch was für den Merkzettel.

 

 

Wiederholungstäter

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Nach dem großen Erfolg am Samstag habe ich das Oster-Wochenende genutzt, um mal etwas zu experimentieren. Am Ostersonntag sind dabei ungefähr 2Kg Weißfische rumgekommen, schöne Plötzen und ein oder zwei kleinere Brassen. Gestern wollte ich dann nochmal das Rezept vom Samstag probieren. Da man Schleie ja nur ganz früh am Morgen oder spät am Abend in der Dämmerung fangen kann war ich unsicher: Früh aufstehen, oder abends länger machen? Zum frühen aufstehen konnte ich mich nicht durchringen. Also gemütlich bis 9 gepennt, etwas rumgedaddelt, und so gegen 11 mal mit der Frau auf den Meldorfer Innenstadtflohmarkt gegangen. Da war es mir dann aber zu voll, kann ich nicht mehr gut mit um, mit so vielen Leuten. Also dem Schatz noch einen Kuss gegeben, und einfach ins Moor gefahren, auch wenn die Zeit nicht dem Plan entsprach.

So gegen 14:00 Uhr war dann alles aufgebaut. Gefischt wurde wieder mit der Schwingspitze und der John Wilson Matche.

An der Schwinge wieder mit zwei Maden am 16er Tubertini S808 (barbless) und kleinem Körbchen, an der Matche ein kleines Wurmbündel am 10er Wurmhaken unter einem Straight Waggler (3gr) leicht überbleit auf dem Grund abgelegt. An der Rute sah der Köder übrigens am Ende genau so unberührt aus, wie am Anfang. Um den Waggler herum habe ich zwei oder drei Handvoll fertige Partikelköder mit der Futterzwille verteilt.

Im Körbchen wieder die Erfolgsmischung, die mir mein Freund Georg vom Angelspezi-Heide mal zusammengestellt hat. Ich weiß übrigens gar nicht, wie ich so lange ohne ein Sieb und einen vernünftigen Eimer ausgekommen bin. Es ist wirklich unglaublich, wieviel besser das Futter wird, wenn es nicht einfach in einem alten Farbeimer zusammengekippt wird. Ein Super Set ist z. B. dieses hier. Mit dem passenden Sieb dabei ist ratz, fatz eine vernünftige Konsistenz zusammen gemischt. 

Zwei Stunden lang hat sich gar nix bewegt, dann hat endlich die Schwinge gezuckt. Rute hoch, Fisch hängt. Die nächste Tinca für die Statistik *dollfreu*.

42cm / 1Kg

Wieder rein mit dem Köder, und wieder tat sich erstmal gar nix. Komisch, dass sich noch nichtmal kleine Plötzen einstellen. Beim nächsten Zucken in der Spitze und dem hochnehmen der Rute wusste ich gleich, "die ist noch besser". Das es wieder eine Schleie war habe ich mir sofort gedacht, aber die hat ordentlich gezickt bis sie endlich im Kescher war.

47cm, 1,5kg

Yeah, Baby! So macht das Spaß 🙂

Eigentlich wollte ich ja in die Dämmerung reinfischen, aber nach diesem Erfolg habe ich dann kurz danach hochzufrieden zusammen gepackt. Was soll denn in der Dämmerung da noch besser werden? 😉

Links:

Mit der Schwinge ins Moor

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Vor einigen Wochen habe ich günstig eine alte, ziemlich abgerockte Schwingspitzenrute ergattert, damit wollte ich diese Fischerei einfach einmal ausprobieren. Nachdem ich das getan hatte, stellte sich raus, das mir diese Angelei doch tatsächlich Spass macht. Also kommt die alte Schwinge jetzt Richtung Wohnwagen (Bericht vom lokalen Angelsee folgt), und für daheim musste was neues her.

Da ich von einem Angelkumpel mal auf das tolle Form Classy Catchers hingewiesen wurde, bin ich dort ja auch leidlich aktiv, und habe schon das ein oder andere wunderschöne Stück gekauft. Eines der dortigen Mitglieder (Vintage Seatboxes), verkauft neben traumhaft wieder aufgefrischten Sitzkiepen oder handgenähten Futteralen auch immer wieder mal eine schöne Rute oder Rolle, alles in einem Wahnsinns Zustand. Für mich hatte der gute Mann was ganz besonderes auf Lager. Eine 9 Fuß, 4 Inch "Swing Tip Ledger", und dazu eine Rovic Rolle. Als Zugabe hat er mir noch zwei selbstgebaute Schwingen mitgegeben.

Bitte entschuldigt, ich habe meine Kamera irgendwo verlegt, darum müssen iPhone-Pics erstmal reichen…

Und sieht das aufgebaut aus:

Mit einer davon habe ich die Rute gestern am Gieselaukanal eingeweiht. Trotz recht kräftigem Seitenwind war die Bisserkennung unglaublich gut, uns so sind knapp 3 bis 4 Kg Fisch im Kescher gelandet. Heute wollte ich das gute Stück mal in unserem Sarzbüttler Moor probieren. Heute war es auch wieder recht windig, aber geschützt durch den Matrix Space Brolly ging das doch sehr gut. Ich habe zwar auch noch eine Waggler-Montage rausgelegt, da ging aber nix dran. Aber für meine Körbchen haben sich Interessenten gefunden. Es hat bestimmt zwei Stunden gedauert, dann wurden das erste Mal die Maden abgelutscht. Wieder ausgeworfen, und das Körbchen einfach liegen gelassen. Auf einmal zuckt die Schwinge, Anschlag, hängt. Ein besserer, Brassen wahrscheinlich. Aber wenn das ein Brassen ist, dann ein guter. Als ich das Landing Net (der Kescherstab kommt übrigens auch von Vintage Seatboxes), eintauche und den Fisch das erste mal sehe kommt Freude auf: Eine Tinca! Meine erste überhaupt *dollfreu*. Nachdem die schöne nochmal Dampf gemach hat ging es aber in den Kescher.

44cm, 1,45 kg.

Wahnsinnig gefreut, was für ein schöner Fisch. Aber es war noch recht zeitig, also das Körbchen nochmal raus. Wieder bestimmt 20 bis 30 Minuten kein Zupfer. Dann aber geht die Spitze wieder los. Yeah! Wieder eine Schlei, etwas kleiner und schlanker, aber genauso hübsch.

41cm, 1 kg

Was für ein Tag. Und was für ein Erfolg, beim eigentlich erst zweiten gezielten Einsatz der Schwinge. Ich bin angefixt. Auf jeden Fall verweigere ich mich den Futterkörbchen nicht mehr.

Schließlich gehe ich regelmäßig mit den Profis vom Angelspezi-Heide los, ausgewiesene Feeder-Profis, die ihr Wissen gerne weitergeben.

Ob ich nochmal auswerfe? Klar, halbe Stundegeht noch. Und nach 15 Minuten der nächste Wackler. Diesmal aber "nur" eine kleine Brasse.

Hier übrigens nochmal ein Bild vom wartenden Unterfangkescher. Man kann den wunderschönen Stab hoffentlich erahnen:

Meine John Wilson Float habe ich gestern auch mit fest montiertem Straight Waggler ausgelegt (leichter Stilbruch mit der relativ jungen Balzer MTX) und einem Bündelchen Rotwürmer und einem Maiskorn ausgelegt, da wurde aber noch nicht einmal dran rumgelutscht.

Ich bin total begeistert von der Angelei mit der Schwinge. Bei Wind (sofern nicht allzu arg) einfach eine ruhigere Köderpräsentation als mit der Matche. Und der Erfolg gibt der Methode recht. Total bescheuert, dass ich mich den Futterkörben immer verweigert habe. Na gut, normale Feederspitzen werde ich wohl eher selten fischen, aber die Schwinge kommt jetzt öfter zum Einsatz…

Links: