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Urlaubsabschlussansitz

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Gestern war ich nochmal im Moor des Nachbarvereins. Diese Karauschennummer hat mich nicht losgelassen, das wollte ich nochmal antesten.

In der Hoffnung eine Kuhle zu finden, in der noch keine Zwergwelse unterwegs sind, habe ich mir ein anderes Loch ausgesucht. Und alles richtig gemacht, die kleinen Störenfriede sind dort (noch?) nicht präsent.

Also los. Platz gesucht und aufgetackelt. Wie immer mit drei Ruten gefischt, wobei ich die in der Mitte in Zukunft wohl eher mal auslassen werde.

Ganz rechts die obligatorische Deadbait-Rute. Da ich vorher beim Höker in Heide war, konnte ich die dieses Mal direkt auslegen, und musste nicht erst auf Plötzen warten (was allerdings nicht notwendig gewesen wäre).

In der Mitte meine Waggler-Montage an der B&W CTM14A an der Mitchell 304S. Dieses Mal einen Gr.5 Tubertini Waggler direkt auf eine "Kante" gelegt. Die ", weil es dort von ca. 40cm auf sagenhafte 60cm abfällt. So ziemlich die einzige Struktur, die ich gefunden habe. Dort kam wieder mein 10mm Boilie (Ananas / Fisch) am 10er Haar zum Einsatz. Ich bin froh, wenn die Murmeln endlich weg sind, dann werden beim Markus vernünftige geholt. Mit der Zwille wieder zwei, drei Handvoll rings um den Proppen verteilt, hat sich auch gestern wieder keine Sau für die Murmeln interessiert.

Ganz links meine aktuelle Lieblingsrute: Die B&W XLS12. Ausgestattet mit der frisch abgeschmierten und Teflon-gebremsten Garcia Mitchell 300 habe ich dort wieder eine Stachelschweinborste überbleit auf Grund gelegt.

Ich glaube, ich habe es schonmal erwähnt. Ich bin manchmal so faul, das es stinkt. Gestern zum Beispiel. Ich hatte keine Lust noch in den Edeka zu gehen um Haferflocken und Sweetcorn zu kaufen, und da der Höker in Heide auf dem Weg liegt und ich eh noch Würmer holen wollte (auch die buddel ich nie selbst, obwohl ich bestimmt 3 m³ Kompost im Garten habe…), habe ich es mir einfach gemacht.

Als Futter habe ich eine Tüte "Schleie / Karpfen" von Willy Frosch aus dem Balzer Programm mitgenommen. Das hat recht grobe Partikel drin, sah sehr gut aus. Davon habe ich ungefähr 200g angerührt und einen kleinen Platz angelegt. Als Hakenköder sollte wieder Mais zum Einsatz kommen. Da keine Bonduelle Dose dabei war auch was teures gekauft: Ein Glas Cukk Körner. Die sind tatsächlich anders als der Mais, den ich aus der Dose kenne: Die Körner sind größer und härter. Da ich ohne Haar, direkt auf den Haken aufspieße, war das sehr praktisch. Gibt es mit diversen Additiven, ich habe aber absichtlich "natural" verwendet.

Ein einzelnes Maiskorn auf den AS04B von Mustad der Größe 14 (0.16er Vorfach), und ab damit in die Tiefe. Bzw. ins Wasser. Denn am Futterplatz hatte ich ungefähr 40cm Wassersäule zur Verfügung. War aber hoch spannend gestern. Da der Grund dort extrem modderig ist, konnte man immer sehen, wenn irgendwelche Fische auf den Platz kamen, denn dann ging eine dunkle Wolke im Wasser auf. Man konnte nur nicht sehen, was für ein Bursche sich da die Wampe vollgehauen hat.

Ungefähr in der Mitte lugte die Spitze der Stachelschweinborste 5mm aus dem Wasser.

In der ersten Stunde ging mit Mais gar nix. Aber diese Wolken gingen regelmäßig hoch, also irgendwas musste da sein. Mal zum Testen zwei Dendros auf den Haken, Bisse, aber kein wegziehen der Pose. Ein Madenbündel brachte dann die Lösung: Rotfedern. Ungefähr Handtellergroß waren die dort unterwegs. Schnell waren zwei davon im KöFi-Eimer platziert und ich habe wieder auf die Maiskörner umgesattelt. Ich wollte ja keinen Kleinfisch, Köfis hatte ich jetzt genug.

Und dann war auch wieder Ruhe angesagt. Bis auf einmal die Borste etwas hochkam, und dann recht gezielt auf Tauchfahrt ging. Rute hoch, der Haken hängt. Au ja! Bange Blicke auf die Bremse, aber jetzt, mit Teflon-Washer, tut sie absolut zuverlässig ihren Dienst. Denn zuerst konnte ich den Kollegen recht einfach bis kurz vor den Kescher lotsen und konnte recht früh die ersten goldenen Fünf-Markstücke auf dem Rücken sehen, aber dann zog er seelenruhig bestimmt 30m Schnur von der Spule, und musste mit viel gutem Zureden immer wieder Richtung Land zurück bugsiert werden. Immer wieder leicht rangeholt zog er auch immer wieder in aller Ruhe ab. Aber nach einigen Minuten war es dann soweit. Ich war froh, meinen Balzer-Kescher dabei zu haben, denn in der SC-Kelle wäre das tricky geworden. Also rein in den Kescher. Yeah! Mein erster "besserer" Karpfen.

Jeder Kaprfenangler würde da müde lächeln, aber ich habe mich gefreut wie Bolle. An dem verhältnismäßg feinem Gerät war das schon eine spannende Nummer.

So etwas wie eine Abhakmatte besitze ich noch nicht, da ich bisher noch keinen Beifang dieser Art hatte. Damit ich den Kollegen jetzt nicht umständlich aus dem Kescher auf das Maßband heben musste, habe ich alle Aktionen im Kescher, bzw. auf dem Keschernetz liegend ausgeführt. Das Maßband wurde nur kurz davor gelegt, der Haken war eh schon raus (barbless ist einfach toll) als der Druck von der Schnur war.

Ein schöner, feister Spiegler. Mein PB (bisher gingen wenn dann immer nur kleine Satzkarpfen auf meine Köder).

Für solche Fälle habe ich ja wenigstens immer eine Waage dabei:

Sehr geil! Knapp 1,4Kg muss man für den Kescher abrechnen, bleiben aber immer noch gute 4,5kg, die der Bursche mitbrachte. Ich habe gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd.

Ich habe dann zwar die Montage wieder ausgebracht, aber auch nach 2 Stunden ging da nix mehr. Als die Dämmerung eingesetzt hat habe ich testweise nochmal ein paar Würmer aufgespießt, und umgehend kamen die Rotfedern an Land. Also habe ich dann wieder eingepackt.

Fazit:
– Mais ist doch geil, man muss nur erst etwas Vetrauen finden.
– Ananas / Fisch funktioniert bei uns nicht. In drei Ansitzen nicht ein einziger Biss. Gut, dass die fast alle sind
– Teflon in der Bremse ist wichtig!

Damit ist mein Urlaub jetzt nahezu beendet. Morgen und übermorgen werde ich zwar nochmal an die Au kommen, aber nur stundenweise, kein größerer Ansitz mehr.

An dieser Stelle mal ein Dank an die Experten auf Stilvoll-Fischen ! Eure Beiträge sind eine Quelle der Inspiration für mich, das macht unglaublich viel Spaß! Und es funktioniert

Abschließend noch ein Eindruck von der Kuhle bei sinkendem Sonnenstand